Gütersloh: Dr. Olaf Elsner begleitet Digitalisierungsprojekt für Apotheken
Die Pille kommt aus der Tüte

Gütersloh (WB). Dr. Olaf Elsner fragt nicht, was die Digitalisierung den Apotheken antut, sondern was die Digitalisierung für die Apotheken tun kann. Gemeinsam mit der Universität Osnabrück kommt er zu überraschenden Antworten.

Dienstag, 11.12.2018, 08:15 Uhr aktualisiert: 11.12.2018, 08:20 Uhr
Von Maschinen abgefüllte Tabletten erleichtern älteren Patienten die Einnahme. Auf dem Etikett steht, an welchem Tag um wie viel Uhr sie die Arzneien einnehmen müssen. Dr. Olaf Elsner sieht darin eine der Chancen der Digitalisierung. Foto: Stephan Rechlin
Von Maschinen abgefüllte Tabletten erleichtern älteren Patienten die Einnahme. Auf dem Etikett steht, an welchem Tag um wie viel Uhr sie die Arzneien einnehmen müssen. Dr. Olaf Elsner sieht darin eine der Chancen der Digitalisierung. Foto: Stephan Rechlin

Als Vorstandsmitglied des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe begleitet der Inhaber der Storchen-Apotheke das Forschungsprojekt Apotheke 2.0 am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität. Elsner: »Die Apotheke vor Ort übernimmt eine zentrale Rolle für eine flächendeckende Gesundheitsversorgung. Insbesondere in ländlichen Regionen ist sie vor Ort häufig der letzte verbliebene Ansprechpartner für gesundheitliche Fragestellungen.« Durch zunehmende Konkurrenz ausländischer Versandapotheken und einen akuten Fachkräftemangel sei der Fortbestand zahlreicher Apotheken jedoch in Gefahr. Ziel des Projektes Apotheke 2.0 sei es, durch Digitalisierungs-Potenziale dem Apothekensterben entgegenzuwirken und eine flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln insbesondere in ländlichen Regionen sicherzustellen.

Erstmal eine App

Der erste Gedanke ist ja immer eine »App« auf dem Handy, mit der in diesem Fall eine digitale Kommunikation zur Apotheke aufgebaut und das Medikamentenmanagement vereinfacht werden kann. Weitere Möglichkeiten würden sich durch Fitnessarmbänder und die professionelle Auswertung der gesammelten Daten ergeben. Elsner: »Aus ihnen können wir erkennen, wie sich die Einnahme von Medikamenten auf jeden einzelnen Patienten auswirkt. So können wir unsere Kunden optimal einstellen und zu präventiven Gesundheits-Förderungsmaßnahmen ermuntern.«

Aus dem Arzneimittel-Therapie-Sicherheitsverfahren sei außerdem erkennbar, welche Substanzen sich möglicherweise aufheben oder, schlimmer, unerwünschte Symptome hervorrufen. Elsner: »So erhöht die Einnahme bestimmter Arzneien das Sturzrisiko.«

Maschinen dosieren Tabletten

Gut vorstellbar ist für Elsner auch eine kontrolliertere Abgabe von Tabletten in kleinen, vorsortierten und verschweißen Plastiktüten: »Dabei handelt es sich um das Blister-Verfahren, das bereits in manchen Seniorenheimen oder Krankenhäusern angewendet wird.« Statt Menschen füllen Maschinen die kleinen Tüten ab und zwar genau die richtige Dosierung für den richtigen Tag und die richtige Uhrzeit. Elsner: »Ältere Senioren können mit dem Befüllen ihrer kleinen Tablettenschachteln ebenso durcheinanderkommen wie Pflegekräfte. Es kann ihnen mal auch alles auf den Boden fallen.« Mit den kleinen Tüten sei das auch hygienisch kein Problem mehr.

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