Sa., 15.12.2018

Ex-Sternekoch schließt Restaurant Medium zum Jahresende Büdel legt die Kelle zur Seite

Abschied vom Restaurant Medium: Bernhard Büdel geht mit 66 Jahren in den Ruhestand.

Abschied vom Restaurant Medium: Bernhard Büdel geht mit 66 Jahren in den Ruhestand. Foto: Restaurant Medium/Sänger

Von Michael Delker

Gütersloh (WB). Mit einem Michelin-Stern dekoriert, zählte er einst zur Kochelite des Landes. Nun legt Bernhard Büdel die Schöpfkelle zur Seite. »Ich werde bald 67. Irgendwann muss Schluss sein«, sagt der Wahl-Gütersloher. Weil der Pachtvertrag 2019 ausläuft, wird er sein Restaurant Medium zum Jahresende schließen.

In dem bekannten Feinschmecker-Tempel an der Carl-Bertelsmann-Straße weist ein Schild auf den nahenden Abschied hin: »Last order please am 22. Dezember 2018«, ist dort zu lesen. »Bis dahin ist kein Tisch mehr frei. Viele Stammgäste haben sich noch einmal angemeldet«, berichtet Bernhard Büdel dem WESTFALEN-BLATT.

Das Finale geht am Silvesterabend über die Bühne. Im bereits jetzt ausverkauften Medium will der frühere Sterne-Koch seine Gäste noch einmal mit einem besonderen Menü verwöhnen. Auf der Speisenkarte stehen Auster in Champagner-Gelee, Taubenbrust mit Holunder, Kabeljau in Topinambur-Schaum und getrüffeltes Kalbsfilet in Madeira-Sauce.

Der 66-Jährige arbeitet 70 Stunden in der Woche

Zehn Jahre lang hat Büdel das Medium geführt. Dem künftigen Ruhestand sieht er mit Gelassenheit entgegen. »Der Tag kommt ja nicht plötzlich«, sagt der Gastronom, »und ich bin froh, künftig nicht mehr diese enorme Belastung zu haben.« Das Restaurant hat von montags bis samstags geöffnet, eine 70-Stunden-Woche ist für den 66-Jährigen die Regel – ein Knochenjob. 

Welche Ziele er sich für die Zukunft gesetzt hat? Büdel ist da ganz locker. Die ersten zwei Monate des Jahres 2019 wird er nutzen, um auszuräumen und das Medium besenrein zu übergeben. Nebenbei wird er noch die Mitarbeiter von Territory (früher Medienfabrik) bekochen. »Dann mache ich es mir drei Tage auf der Couch bequem, lege die Füße hoch und überlege, wir es weitergehen könnte«, sagt der Gastronom und will nicht ausschließen, dass er doch noch einmal an den Herd zurückkehrt. Nicht als eigener Chef, aber unterstützend in einem anderen Betrieb: »Ich warte mal ab, ob ich mich punktuell irgendwo einbringen kann.«

Von der Sterne-Küche bereits vor Jahren verabschiedet

Wie es mit dem Medium weitergeht, scheint noch offen zu sein. Verpächter sind die beiden Gütersloher Unternehmer Heino Nollmann und Bernd Vieregge. »Es hat wohl Gespräche mit Interessenten gegeben, aber es ist wohl noch nichts fix«, so Büdel.

Von den Ansprüchen der Sterne-Küche hatte er sich bereits vor Jahren verabschiedet. Er setzte im Medium lieber auf seinen eigenen Stil. Marktnahe Frischeküche auf hohem Niveau, aber geerdet. »Ich brauche nicht für die Optik fünf Tupfer auf der Sauce«, sagte der künftige Pensionär Büdel einst in einem Interview.

 

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