Mi., 09.01.2019

Sven Jacobsen ist die ständigen Umzüge des Jugendtreffs leid Trockendock-Leiter wirft hin

Sven Jacobsen (51) wird das Trockendock verlassen, weil er keine Lust mehr hat, mit seinem Treff heimatlos zu sein. Er ist auf Jobsuche.

Sven Jacobsen (51) wird das Trockendock verlassen, weil er keine Lust mehr hat, mit seinem Treff heimatlos zu sein. Er ist auf Jobsuche.

Von Elke Westerwalbesloh

Harsewinkel (WB). Auch wenn eine Mutter im sozialen Netzwerk dazu aufruft, die Ratssitzung am Donnerstag zu besuchen, um den Trockendock-Leiter Sven Jacobsen zu unterstützen – sein Entschluss steht fest. »Ich will nicht mehr«, lässt der 51-Jährige wissen.

Auf der Suche nach einer neuen Bleibe für den Jugendtreff ist Jacobsen die Puste ausgegangen. »Seit dem ich da bin, zieht der Jugendtreff um und sucht nach neuen Räumen«, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Eigentlich habe er sich an der Bussemasstraße in Marienfeld mit seinen Kids immer wohl gefühlt – auch als nebenan die Kita entstanden ist. Selbst im Pfarrheim hat er sich anschließend arrangiert.

Kinder brauchen eine Anlaufstelle

Nun muss er wieder die Koffer packen und weiß nicht, wie es letztlich weiter geht. »Frühestens in eineinhalb Jahren könnte ich an einer neuen Stelle das Trockendock öffnen«, erklärt er und weiß, dass nicht er mehr der Leiter dieses Jugendtreffs sein möchte. »Die Arbeit mit den Kindern – auch wenn es von der Anzahl her nicht viele sind – ist ihm wichtig und »darf nicht an der Anzahl der Besucher im Trockendock gemessen werden«, weiß Jacobsen. Kinder, die nach der Schule niemanden Zuhause vorfinden, brauchen eine Anlaufstelle. »Es gab bis zum heutigen Zeitpunkt genug Möglichkeiten, um eine Lösung für die Heimat des Jugendtreffs zu finden«, macht er den Politikern und der Verwaltung Vorwürfe, zum Teil unterschiedliche Absichten zu verfolgen.

Sven Jacobsen ist demnach bereits auf Jobsuche und möchte einen Neuen für das Trockendock ins Rennen schicken. »Auch wenn es mir bei dem Gedanken an die Jugendlichen in Marienfeld das Herz bricht«, sagt er, dass er etwas Wehmut verspürt, weil die Chemie gepasst habe.

35 Jahre lang war das Trockendock in der Bussemasstraße beheimatet. »Die Kinder in einen Bus zu setzen und zur Villa nach Harsewinkel zu fahren, das ist nicht die Lösung«, weiß Jacobsen. Das Klosterdorf ist, was die Angebote für die Jugendlichen betrifft, schlecht aufgestellt. Er ist gespannt, welche Pläne am Donnerstagabend in der Ratssitzung ab 17 Uhr im großen Sitzungssaal auf den Tisch kommen – für seinen Nachfolger.

Mutter mobilisiert andere Eltern

Noch hat Sven Jacobsen keinen neuen Job. Das bewegt eine Mutter dazu, auf Facebook andere Eltern zu mobilisieren, ihn umzustimmen und in der Sitzung des Rates am Donnerstagabend zu erscheinen. »Wir möchten, dass es mit Sven und dem Trockendock weiter geht. Dafür brauchen wir eure Unterstützung. Bitte kommt am Donnerstag zum Rathaus (...) um für die Dringlichkeit der Erhaltung des Trockendocks zu kämpfen«, schreibt sie in der Facebook-Gruppe »Tratsch in Harsewinkel«. »Ich habe mit der Mutter, die den Aufruf gestartet hat und deren Töchter bei mir im Trockendock ehrenamtlich arbeiten, bereits gesprochen. Es werden wohl einige Eltern kommen – doch mein Entschluss steht fest«, sagt er.

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