Mi., 09.01.2019

Raub in Juweliergeschäft: Drei weitere Italiener müssen sich vor Gericht verantworten Schmuck in Sizilien verkauft?

Ende April 2017 ermittelt die Polizei vor dem Juweliergeschäft in der Gütersloher Spiekergasse. Mit zwei Wagen waren die Räuber in Richtung Dammstraße geflüchtet.

Ende April 2017 ermittelt die Polizei vor dem Juweliergeschäft in der Gütersloher Spiekergasse. Mit zwei Wagen waren die Räuber in Richtung Dammstraße geflüchtet. Foto: Wolfgang Wotke

Von Steve Wasyliw

Gütersloh (WB). Drei Italiener müssen sich seit Dienstag in einem dritten Prozess wegen eines Raubes in einem Juweliergeschäft in der Spiekergasse vom April 2017 vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Mehrere Täter wurden bereits zu Haftstrafen von bis zu sieben Jahren und neun Monaten verurteilt.

Die drei nun angeklagten Männer im Alter von 25 bis 29 sollen bei dem Schmuckraub unterstützende Arbeiten für die italienische Bande, die möglicherweise im Auftrag der sizilianischen Mafia tätig wurde, ausgeführt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 26-jährigen Angeklagten aus Wesel vor, eines der zwei Fluchtfahrzeuge gesteuert zu haben. Die beiden anderen Komplizen sollen das Umfeld rund um die Spiekergasse abgesichert haben, damit eine Flucht ermöglicht und vor der potentiell alarmierten Polizei gewarnt werden konnte.

Bei den bereits verurteilten Tätern sah das Bielefelder Landgericht den Nachweis erbracht, dass diese zuerst zu zweit das Juweliergeschäft betreten hätten, um sich Schmuck durch die Mitarbeiter zeigen zu lassen. Nachdem einer der Aggressoren eine Schmuckhändlerin in den Schwitzkasten nahm und von dieser die Öffnung des Tresors verlangte, ließ der Mittäter zwei weitere Männer in den Verkaufsraum.

Räuber plündern Auslagen, Vitrinen und den Tresor

Die Räuber stahlen sämtlichen Schmuck aus den Auslagen und Vitrinen sowie dem Tresor. Auch die Bargeldreserven des Ladenlokals wurden eingesteckt. Schließlich konnten die Italiener mit zwei Wagen in Richtung Münsterstraße flüchten. Auf einem Parkplatz an der Dammstraße teilten sich die Räuber auf. Einige der Männer reisten direkt nach Kempten im Allgäu, um von dort in die sizilianische Heimat zu flüchten.

Die weiteren Schmuckräuber versuchten vergeblich, einen Teil der Beute in Bielefeld zu verkaufen, sodass die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass die Raubware ebenfalls nach Sizilien verschafft wurde. Der Verbleib der Beute ist bis heute ungeklärt. Erste Schätzungen gingen von Schmuck im Wert von 336.000 Euro sowie Bargeld in Höhe von 33.000 Euro aus. Nach Ansicht des Gerichts liegt die tatsächliche Schadenssumme jedoch bei rund 130.000 Euro.

Zur juristischen Aufarbeitung des Sachverhalts hat die 20. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Carsten Glashörster zunächst zwei weitere Verhandlungstage festgesetzt. Der Prozess wird am 16. Januar fortgeführt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6306892?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F