Di., 15.01.2019

Stadtmuseum würdigt die SVA-Trainerlegende Willy Haubrock »Eiche« hat die besten Sprüche

Nostalgische Fußball-Zeitreise mit Buchautor Dr. Wilhelm Haubrock (rechts) und Co-Moderator Hans Feuß.

Nostalgische Fußball-Zeitreise mit Buchautor Dr. Wilhelm Haubrock (rechts) und Co-Moderator Hans Feuß. Foto: Uwe Caspar

Von Uwe Caspar

Gütersloh (WB). Die Zahl der Zuhörer im Oberstock des Stadtmuseums ist überschaubar. Immerhin kann Museumsleiter Franz Jungbluth sogar einen Gast aus Spenge begrüßen. »Ich habe in dem Buch über Trainerlegende Willy Haubrock viele interessante Geschichten aus früheren Fußballzeiten erfahren«, will sich Ralf Kennius (48) nun auch die Lesung nicht entgehen lassen.

Im verbalen Doppelpass mit Co-Moderator Hans Feuß (»Willy Haubrock, genannt die ›Eiche‹, war der Max Merkel des heimischen Amateursports«) verrät Trainersohn und Autor Dr. Wilhelm Haubrock auch einige Schmankerl, die in seiner 350 Seiten langen Dokumentation gar nicht oder kaum zur Sprache kommen. So sei sein Papa zwar als Aktiver ein hart einsteigender Verteidiger gewesen, »aber er hat den von ihm zu Boden beförderten Rivalen wieder aufgehoben«. Sofortiger Einspruch von dem zur Veranstaltung erschienenen Karl »Carlo« Rappenecker, der einst bei der SVA Gütersloh unter Haubrock trainierte und selbst mit 79 immer noch am Ball ist: »Wie mir erzählt wurde, hat ›Eiche‹ gelegentlich seinen von ihm aufgerichteten Kontrahenten gleich wieder fallen lassen«, gibt Rappenecker schmunzelnd zum Besten.

2000 Euro für eine Niederlage

Für Heiterkeit sorgt bei der anekdotenreichen Lesung ebenso ein von Wilhelm Haubrock überlieferter Spruch, wonach sein Vater 17 Titel errungen habe. »16 im Fußball – und der 17. war meine Schneidermeister-Prüfung«, ließ der Maßschneider Haubrock senior nicht nur einmal verlauten. Nach Ende der Trainerlaufbahn – Höhepunkt: Westdeutscher Meister mit SVA und Aufstieg in die Regionalliga – lehnte er auch eine Anfrage aus Kusenbaum mit dem nicht ernst gemeinten Hinweis ab: »Euch könnte ich auch via Tonband trainieren.« Weniger amüsant fand Willy Haubrock den Drohanruf eines Aufstiegs-Mitkonkurrenten, der 2000 Euro als Belohnung für eine freiwillige Niederlage seines Teams in Aussicht stellte. Anderenfalls werde man ihn »totschlagen«. Haubrock lehnte das unseriöse Angebot natürlich ab und musste auch nicht um sein Leben fürchten.

Erst 400 Besucher

Das Buch habe es verdient, einmal vorgestellt zu werden, betont Hans Feuß zum Abschluss der Lesung im Rahmen der noch bis zum 7. März laufenden Ausstellung »100 Jahre Gütersloher Fußball-Geschichte«. Autor Wilhelm Haubrock ist ein alter Schulfreund von Feuß: »Wir haben zusammen das Abitur gemacht.« Museumschef Franz Jungbluth hofft derweil auf eine bessere Resonanz in den kommenden Wochen: »Wir konnten erst rund 400 Besucher begrüßen.« Etwas unterrepräsentiert ist bei dieser Zeitreise der ehemalige Zweitligist DJK Gütersloh, weil es zu wenig historisches Material über den Ex-Klub gibt. »Wir haben nicht einmal ein DJK-Trikot bekommen«, bedauert Jungbluth.

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