Mi., 30.01.2019

Gütersloher Hausgerätehersteller reagiert auf Konjunkturflaute Miele stoppt Einstellungen

Miele reagiert mit einem kurzfristigen Sparprogramm auf die weltweit abkühlende Konjunktur.

Miele reagiert mit einem kurzfristigen Sparprogramm auf die weltweit abkühlende Konjunktur. Foto: Oliver Schwabe

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Miele verhängt einen Einstellungsstopp und wird befristete Verträge vorerst nicht mehr verlängern. Überstundenkonten sind bis zum Ende des Bilanzjahres am 30. Juni soweit wie möglich abzubauen.

Mit diesen Maßnahmen reagiert der Gütersloher Hausgerätehersteller auf die sich weltweit abkühlende Konjunktur. So wie die gesamte Branche gelingt es einem Schreiben der Geschäftsführung zufolge auch Miele nicht, in wichtigen Ländern noch Zuwachsraten zu erzielen. In Deutschland, das 30 Prozent zum Konzernumsatz beitrage, sei der Markt für große Haushaltsgeräte sogar rückläufig.

Sachkosten auf Prüfstand

Obwohl sich Miele in diesem schwierigen Umfeld vergleichsweise gut behaupte, werde im laufenden Geschäftsjahr kaum mehr als der Vorjahresumsatz zu erzielen sein. Auf der anderen Seite stiegen die Kosten durch allgemeine Preisentwicklung und durch konzerninterne Investitionen in die Digitalisierung und Entwicklung und Einführung neuer Produktgenerationen.

Zu einem »sorgfältig abgewogenen Katalog von Maßnahmen« zählten neben der Kostenbremse beim Personal auch die Prüfung von Sachkosten. So würden die Werbeausgaben ebenso in den Blick genommen wie Instandhaltungsmaßnahmen und Firmenfahrzeuge. Die großen internationalen Konferenzen für Führungskräfte würden in diesem Jahr ausgesetzt und generell auf den Prüfstand gestellt. Sämtliche Maßnahmen stünden im Einklang mit bestehenden Betriebsvereinbarungen. Die mit ihnen einhergehenden Einschränkungen geplanter Aktivitäten seien hinzunehmen.

Abflauende Konjunktur

Auf Nachfrage stellt Unternehmenssprecher Carsten Prudent fest, dass die Sparmaßnahmen vor allem im Zusammenhang mit der weltweit abflauenden Konjunktur stehen und nichts mit langfristigen Strukturprojekten im Konzern zu tun hätten: »Die jetzt bekanntgegebenen Maßnahmen zur kurzfristigen Kostensenkung sind eine Reaktion auf die aktuell unbefriedigenden Entwicklung des Gesamtmarktes der Hausgeräte. Sie gelten für die Standorte in Deutschland. Ein Zusammenhang mit dem derzeit laufenden Beratungsprojekt, an dem auch McKinsey beteiligt ist und das sich auf die gesamte Miele Gruppe bezieht, besteht nicht.«

Die Vorschläge McKinseys sollen dazu beitragen, langfristig 100 Millionen Euro einzusparen. Darüber hinaus hatte Miele angekündigt, ein Drittel der Gütersloher Waschmaschinenproduktion bis 2025 nach Ksawerów bei Lodz in Polen zu verlegen. Ferner wird der Anteil der in Uničov in Tschechien gefertigten Geschirrspüler bis 2021 erhöht.

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