Fragwürdiges Model-Casting in Gütersloher Hotel – Experte warnt
Fotos sollten 600 Euro kosten

Gütersloh (WB). In einem Gütersloher Hotel hat es am vergangenen Sonntag ein so genanntes Model-Casting gegeben, bei dem Bewerberinnen plötzlich 600 Euro für ein paar schnelle Fotos zahlen sollten. Einer Verlerin (45) war die seltsame Aktion nicht ganz geheuer.

Mittwoch, 06.02.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 08:20 Uhr
Junge Mädchen und Frauen träumen oftmals davon, mit ihrem Aussehen Geld zu verdienen. In Gütersloh aber sollten sie zahlen. Foto: dpa
Junge Mädchen und Frauen träumen oftmals davon, mit ihrem Aussehen Geld zu verdienen. In Gütersloh aber sollten sie zahlen. Foto: dpa

Irgendwo in den Sozialen Medien, »vermutlich bei Facebook«, war die Mutter einer zehnjährigen Tochter im Herbst 2018 auf den Termin im Hotel Appelbaum an der Neuenkirchener Straße 59 in Gütersloh aufmerksam geworden: »Meine Kleine träumte schon seit längerem davon, mal ein berühmtes Model zu werden«, berichtet die Frau, die anonym bleiben will, dem WESTFALEN-BLATT.

Die Einladung kam aus Paris

Da sei von einem Foto-Shooting für eine »Online-SedCard« die Rede gewesen und von der kostenlosen Aufnahme in eine Model-Kartei, erinnert sich die 45-Jährige, die sich folglich mit ihrer Tochter im Internet bei der offenbar unverbindlichen Aktion mit Bild anmeldete. Vor einigen Tagen sei dann von einer Agentur namens »Finest Faces« aus Paris die Zusage ins Haus geflattert, bei dem Gütersloher Model-Casting in die »exklusive, enge Auswahl« gekommen zu sein. »Meine Tochter war sofort Feuer und Flamme, sie freute sich riesig auf ihren ersten großen Foto-Termin«, erzählt die Mutter.

Vor Ort im Hotel folgte rasch die Ernüchterung: »In den für die Veranstaltung gemieteten Räumen war es total laut, es herrschte ein Gewusel und eine Frau hielt uns gleich einen Vertrag unter die Nase. Erst wenn der unterschrieben sei, könne es mit den Fotos losgehen«, berichtet die Verlerin.

Sollten Lärm und Hektik ablenken?

Als Unternehmerin brauchte die Mutter nicht lange, in dem Vertrag mit der Lorraine Media GmbH die angekündigten Kosten in Höhe von fast 600 Euro auszumachen. »Pro Person«, betont die 45-Jährige, »für meine Tochter und mich wären also insgesamt 1200 Euro fällig geworden.« Die Verlerin unterschrieb nicht und verließ mit ihrer enttäuschten Tochter die Veranstaltung.

Vom Hotel Appelbaum äußert sich Inhaber Andreas Kerkhoff: »Generell versuchen wir, dass wir unsere Räume nicht für Verkaufsveranstaltungen, Butterfahrten oder unseriöse Castings hergeben. Aber nicht immer können wir bei der Buchung erkennen, worum es sich handelt. Insbesondere dann nicht, wenn Agenturen eingeschaltet werden.« In dem Fall seien die Räume von der »Prime T Marketing« GmbH gebucht worden, so Kerkhoff.

Julian Lambracht von der Gütersloher Verbraucherzentrale hält die Aktion für »definitiv unseriös«. Ihm ist demnach ein Fall bekannt, bei dem eine Teilnehmerin des Castings – im Gegensatz zu der Verlerin – einen solchen Vertrag unterschrieben habe.

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