Gütersloher investieren dreistellige Millionensumme in neue Generation von Einbaugeräten – mit Video
Miele sendet live aus dem Backofen

Gütersloh (WB). Einstellungsstopp und andere Sparmaßnahmen: So lauten in diesen Tagen die jüngsten Nachrichten aus dem Hause Miele. Doch der Gütersloher Hausgerätehersteller kann auch anders – wie, das zeigt er gerade mit seiner neuen Einbaugerätereihe »Generation 7000«.

Mittwoch, 06.02.2019, 04:00 Uhr
Ist das Brot fertig? Kamera und Tablett ermöglichen einen Blick in den Miele-Backofen. Foto: Wolfgang Wotke
Ist das Brot fertig? Kamera und Tablett ermöglichen einen Blick in den Miele-Backofen. Foto: Wolfgang Wotke

Das Auge im Backofen

Am spektakulärsten ist der smarte neue Backofen, der sich bequem vom Sofa aus steuern lässt. Eine Kamera, der Heißluft und Gluthitze nichts anhaben kann, filmt im Gerät, wie der Braten gart oder der Kuchen aufgeht. Das Bild überträgt sie auf ein Tablet oder Handy. Das Ende der Brat- oder Backzeit kommt, gerade wenn ein wichtiger Anruf eintrifft oder der Fernsehfilm am spannendsten ist? Kein Problem. Vom Sofa lässt sich nicht nur der Garvorgang beenden, sondern auch die Abdeckung öffnen. Damit nicht genug lässt sich der Miele-Backofen der neuen Generation auch mit Hilfe eines Sprachassistenten wie Alexa steuern und nachregeln. Ein Sensor registriert übrigens, wenn sich jemand nähert, und schaltet das Licht im Backofen ein.

Der intelligente Herd

Egal wie groß der Topf ist und wo er auf dem Induktionskochfeld platziert wird: Die Miele-Technologie erkennt und heizt genau die Fläche auf, auf dem er steht. Mehr noch: Der Topf kann auch problemlos umgehoben oder auf der Fläche verschoben werden – das Gerät nimmt die gewünschte Temperatur zum neuen Standort mit. Das funktioniert auch dann noch, wenn der Koch sechs Töpfe bzw. Pfannen gleichzeitig auf dem Induktionsfeld platziert.

Dunst raus, Duft rein

Wie viel die neuen Geräte kosten werden, das will Miele erst bei der Markteinführung im Mai bekannt geben. Die neue, sich selbst entfaltende Dunstabzugshaube ist nicht nur spektakulär groß und saugt nicht nur ungeliebte Gerüche auf. Sie gibt auch Düfte der Wahl in den Raum ab. Lust auf Erfrischung? Dann gefällt vielleicht Orangen- oder Pfefferminz-Duft. Zudem ist die Abzugshaube Lampe und leuchtet je nach Stimmung in unterschiedlichen Farben.

Sauber, der Automat

Großen Nutzen für den Verbraucher hat das Topmodell des neuen Miele-Kaffeeautomaten insofern, als es sich nicht nur regelmäßig entkalkt, sondern auch die Zufuhr für den gemahlenen Kaffee und die Milch selbstständig reinigt. Weil unterschiedliche Kaffees unterschiedlichen Rohstoff erfordern, verfügt das Gerät über drei Bohnenbehälter. Zugleich erweitert Miele sein eigenes Angebot auf vier Röstungen.

»Alexa, spüle Geschirr«

Zur neuen Geräte-Generation gehört auch der Geschirrspüler »G 7000«, den Miele schon auf der IFA 2018 in Berlin vorstellte. Im Mittelpunkt: die automatische Dosierung durch die »Powerdisk«. »G 7000« ist auch mit einer App oder mit der Sprache und »Alexa« zu steuern.

Bestellung bei MChef

Ebenfalls seit dem vergangenen Sommer schon auf dem Markt: der Dialoggarer. Mit knapp 8000 Euro ist er nicht gerade billig. Seine elektromagnetischen Wellen bereiten aber zum Beispiel Fleisch, Fisch und Gemüse nach Angaben des Gütersloher Herstellers perfekt vor – egal wo sie sich auf dem Blech befinden. Zu Jahresbeginn startete darüber hinaus unter dem Namen »MChef« Mieles erstes Start-up. Dabei handelt es sich um einen Bestellservice, der Gourmetspeisen fertig zur Zubereitung im Dialoggarer liefert.

Vier Designlinien

»Generation 7000« ist nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Reinhard Zinkann die »größte Produkteinführung in der Geschichte Mieles«. Betroffen sind 3000 Modelle, darunter neben den schon erwähnten auch Dampfgarer, Mikrowellen, Wärme- und Vakuumierschublade sowie Kombinationsgeräte. Das Design baut auf G 6000 auf. Es teilt sich in die Pureline mit Glasfronten in Obsidianschwarz, die dezente Vitroline, minimalistische Artline und Contourline mit markantem Edelstahlrahmen.

Der Entwicklungsaufwand

Einen dreistelligen Millionenbetrag lässt sich Miele die Innovation kosten. Zwei Milliarden Euro kann der Konzern nach eigenen Angaben mit Einbaugeräten umsetzen – beim Gesamtumsatz von zuletzt 4,1 Milliarden. 72 Monate haben Entwickler und Designer an der »Generation 7000« getüftelt. 15 Produktreihen und zehn Werke sind involviert. Seit Mitte Januar und bis Ende März werden der weltweite Vertrieb und die Handelspartner in Gütersloh informiert und geschult. Ab Mai sind die meisten Produkte zu kaufen.

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