Di., 12.02.2019

Gütersloh: Kulturdezernent belebt Pläne für einen Neubau an Stadthalle und Theater Dehoga lehnt neues Hotel weiter ab

Gegen den Plan, auf dem Parkplatz zwischen Stadthalle (links) und Theater ein neues Hotel zu bauen, protestiert Dehoga-Vorsitzender Andreas Kerkhoff.

Gegen den Plan, auf dem Parkplatz zwischen Stadthalle (links) und Theater ein neues Hotel zu bauen, protestiert Dehoga-Vorsitzender Andreas Kerkhoff. Foto: Carsten Borgmeier

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht die von Kulturdezernent Andreas Kimpel erneut aufgelegten Pläne kritisch, ein Drei- oder Viersterne-Hotel direkt am Gütersloher Theater zu errichten. Doch anders als vor sechs Jahren verweist der Gütersloher Dehoga-Sprecher Andreas Kerkhoff dabei nicht allein auf die Marktsättigung.

Den Wunsch, das Kongress- und Tagungsgeschäft der Stadthalle Gütersloh mit einem Hotel auf dem 2900 Quadratmeter umfassenden Parkplatz am Theater zu unterstützen, hegt Kimpel bereits seit dem Theaterneubau. 2013 wurde dazu der Bebauungsplan geändert. Doch bisher fand sich kein Investor – nicht zuletzt wegen der Warnungen der Dehoga vor einem Verdrängungswettbewerb auf dem Gütersloher Hotelmarkt.

Übernachtungszahlen steigen

Seitdem sind die Übernachtungszahlen in den Gütersloher Hotels Jahr für Jahr gestiegen. Andreas Kerkhoff: »Ihren Umsatz erzielen die Gütersloher Hotels unter der Woche zwischen Dien-stag und Donnerstag mit den Besuchern großer Industrieunternehmen. An den Wochenenden, inklusive den Montagen und Freitagen, ist es dagegen deutlich ruhiger.« Die Auslastung der Hotels beziffert Kerkhoff auf 40 bis 60 Prozent.

Ein rein auf Übernachtung und Frühstück setzendes Hotel direkt neben Theater und Stadthalle sei aus zwei Gründen extrem wettbewerbsverzerrend: • Die Kongress- und Tagungsräume in der Stadthalle seien mit Steuermitteln hergestellt und inzwischen rundum saniert worden. Das privat geführte Hotel würde davon profitieren, ohne selbst auch nur einen Cent dort inve-stiert zu haben.• Die Stadthalle würde bei der Vermarktung dieser Räume selbstverständlich auf das direkt nebenan liegende Hotel verweisen. Das gesamte Marketing wäre damit also auch steuerfinanziert.

Andreas Kerkhoff: »Als Geschäftsführer der Stadthalle kann Andreas Kimpel dieses Vorhaben sicher überzeugend vertreten. Nicht aber als Dezernent, der als Wahlbeamter auf Chancengleichheit in der Stadt achten muss.«

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