Mi., 13.02.2019

Mindestlohn trifft die Branche – Tarifanpassung zum 1. März Taxifahrten werden teurer

Der Grundpreis für Taxifahrten im Kreis Gütersloh soll um 30 Cent steigen. Der Kilometerpreis soll sich zum 1. März um 20 Cent erhöhen.

Der Grundpreis für Taxifahrten im Kreis Gütersloh soll um 30 Cent steigen. Der Kilometerpreis soll sich zum 1. März um 20 Cent erhöhen. Foto: dpa

Von Michael Delker

Gütersloh (WB). Die Fahrt mit der Droschke wird teurer. Stimmt der Kreistag zu, wird sich der Grundpreis für Taxifahrten zum 1. März um 30 Cent und der Kilometerpreis um 20 Cent erhöhen.

An Werktagen soll der Grundpreis künftig 3,60 Euro betragen und nachts 4,10 Euro. Der Kilometerpreis soll sich werktags auf 2,10 Euro und nachts auf 2,20 Euro erhöhen.

Antragsteller ist der Verband des privaten gewerblichen Straßenpersonenverkehrs NRW (VSPV), der mehrere Gründe für die Tarifanpassung aufführt. Die Erhöhung des Mindestlohnes zum 1. Januar 2019 (auf 9,19 Euro) und 1. Januar 2020 (auf 9,35 Euro) schlage ebenso zu Buch wie Kostensteigerungen. Seit der letzten Tarifanpassung zum 1. Februar 2015 seien die Preise für die Fahrzeuganschaffung um 5,8 Prozent, für Kraftstoff um 8,5 Prozent und Instandhaltung (Reparaturen, Inspektionen, Wagenwäsche) um 14 Prozent gestiegen.

22 Betriebe sprechen sich für die Erhöhung aus

Auf Basis des VSPV-Antrages hat der Kreis als Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde eine Umfrage unter den 38 Taxiunternehmen durchgeführt, von denen sich 30 Betriebe beteiligten. Für eine Anhebung sprachen sich 22 Unternehmer (etwa 58 Prozent) und gegen eine Erhöhung 8 Unternehmen (etwa 21 Prozent) aus.

Die Kreisverwaltung steht der angestrebten Preiserhöhung offen gegenüber. »Der Wirtschaftlichkeit der Taxiunternehmen ist besondere Beachtung zu schenken, da sie – zum Beispiel im Gegensatz zu Busunternehmen – als Teil des ÖPNV keine Subventionen erhalten«, erklärt Landrat Sven-Georg Adenauer in der Kreistags-Vorlage. Die vorgeschlagenen Erhöhungen seien moderat. Zudem beabsichtigten auch die anderen Behörden in OWL, die vom VSPV beantragte Tarifanpassung im Jahr 2019 umzusetzen.

Der Landrat spricht sich dafür aus, dass der gesonderte Behindertentransportwagen-Tarif unter Beibehaltung der bisherigen Tarifstruktur erhalten bleibt. Dieser Tarif ermögliche behinderten Menschen eine hohe, flexible Mobilität zu einem wenn auch höheren, so aber auf jeden Fall verbindlichen und vertretbaren Preis.

Es sei festzustellen, dass es durch den seit Jahrzehnten bestehenden Tarif gelungen sei, dass es im Kreis Gütersloh überhaupt und zudem eine weit überdurchschnittliche Versorgung mit den so genannten »Rollstuhltaxen« gebe. Während zum Beispiel die Stadt Berlin einen Versorgungsschlüssel von rund drei Prozent anstrebe, liege dieser im Kreis Gütersloh schon heute mit rund zehn Prozent deutlich höher.

 

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