Do., 14.02.2019

Gütersloher Einzelhandel kritisiert Ausbaupläne der unteren Berliner Straße »Passanten werden zu Pylonen«

Dem Gütersloher Einzelhandel ist die Ausbauplanung am Rathausplatz zu idyllisch. Er vermisst die versprochenen Parkplätze.

Dem Gütersloher Einzelhandel ist die Ausbauplanung am Rathausplatz zu idyllisch. Er vermisst die versprochenen Parkplätze. Foto: Grafik: Stadt Gütersloh

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Mit der Umbauplanung in der unteren Berliner Straße bricht die Stadt Gütersloh nach Ansicht Gütersloher Einzelhändler ein Versprechen. Einzelhandelsverbands-Vorsitzender Rainer Schorcht ist aufgebracht: »Da werden die für die Innenstadt wichtigsten 90 Parkplätze zu Gunsten einer architektonischen Platzgestaltung vernichtet. Doch von den zuvor versprochenen 66 Ersatz-Parkplätzen bleibt nicht einmal mehr die Hälfte erhalten. Das weckt doch enorme Zweifel an Redlichkeit und Kompetenz im Rathaus.«

Im Planungsausschuss hatten Planer Ralf Düspohl (Röver Ingenieure) und Tiefbauamtsleiter Alfons Buske eingeräumt, dass auf der nach dem Umbau auf sechs Meter verengten Fahrbahn kein Platz mehr für die 2017 angekündigten 50 oder 60 Parkplätze sei. Statt dessen seien nur noch zwischen 37 und 41 Parkplätze möglich, darunter fünf Behindertenparkplätze.

Schlag ins Kontor

Für die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) hat Albrecht Diekötter die Sitzung verfolgt: »Das ist ein Schlag ins Kontor. Die gesamte, neunmonatige Umbauphase wird schon zu einer immensen Belastung einzelner Geschäfte. Wenn es anschließend auch noch schlechter als vorher wird, ist der ganze Aufwand doch niemanden mehr zu vermitteln.« Konditormeister Christoph Fritzenkötter ist besonders betroffen: »Ich verstehe gar nicht, warum die Straße plötzlich so eng werden muss. Bis jetzt ist doch noch ausreichend Platz vorhanden.«

Der Forderung von Dr. Thomas Krümpelmann (SPD), den gesamten Auftrag erst nach einer Anwohner-Versammlung auszuschreiben, räumt Fritzenkötter keine großen Chancen ein: »Damit würde der gesamte Zeitplan durcheinandergeraten. Die Stadt wird auf die Gefährdung von Zuschüssen verweisen und es so durchziehen, wie sie es ohnehin vorhat.«

Planung für Radfahrer

Doch das will Einzelhandelschef Rainer Schorcht keineswegs so hinnehmen. Er kündigt an, alle Ratsfraktionen auf die »Fehlplanung« hinzuweisen: »Die jüngste IFS-Studie zum Gütersloher Einzelhandel hat noch einmal eindringlich darauf hingewiesen, wie wichtig Parkmöglichkeiten für die individuell in Pkws anreisenden Besucher der Innenstadt sind. Mit der Planung der unteren Berliner Straße werden dagegen vor allem die Interessen von Radfahrern bedient.« Dabei setzten die sich doch bisher schon über alle Verkehrsverbote hinweg, sei es in der mittleren Berliner Straße, unter den Braxmann-Arkaden oder an roten Ampeln: »Passanten werden in der Gütersloher Innenstadt zu menschlichen Pylonen.«

Kommentare

Passanten sind Smombies

... und keine Pylone. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Smombie )

Die Idee mit der Bahn von Jan finde ich gut. Legen wir doch Schienen der Dampfkleinbahn Mühlenstroth bis in die Innenstadt. Da fällt dan auch der Gestank der Diesel-SUV micht mehr auf :-)

Man nehme die Bahn

Ich finde Gütersloh könnte auch die ein oder andere S Bahn vertragen. Eine Schiene auf der Kahlertstraße auf der eine Bahn bis zum Rathaus hin und her fährt. Why not? Auch die Brockhäger Straße könnte eine Schiene vertragen, die Straße ist ja auch sehr breit. Von Blankenhagen bis zur Hohenzollern Straße. In anderen Teilen der Stadt kenne ich mich leider nicht aus^^

Gersloh Innenstadt? Nein Danke!

Wer noch mit dem Auto in die Gütersloher Stadt fährt, dem ist nicht mehr zu helfen.

3 Kommentare

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