Do., 14.02.2019

Flüchtlingsunterbringung: Stadt Gütersloh muss weiteren Wohnraum schaffen 250 Plätze fallen weg

In der Holzheide sollen neue Flüchtlingsunterkünfte als Holzrahmenkonstruktion in Passivhausbausweise entstehen.

In der Holzheide sollen neue Flüchtlingsunterkünfte als Holzrahmenkonstruktion in Passivhausbausweise entstehen. Foto: Wolfgang Wotke

Von Michael Delker

Gütersloh (WB). 877 Menschen leben derzeit in städtischen Flüchtlingsunterkünften. Bis zum Sommer 2020 fallen 250 Plätze weg. Die Stadt will deshalb unter die Bauherren gehen. Als Standort hat sie sich die Holzheide ausgeguckt.

Der Handlungsdruck entsteht, weil das ehemalige Altenheim an der Kaiserstraße (50 Plätze) Ende 2019 als Flüchtlingsunterkunft aufgelöst wird. Das Gebäude soll verkauft und zu einem Wohnheim für Fachhochschul-Studenten umgebaut werden. Weitere 200 Plätze gehen verloren, weil die Unterkünfte in der Parseval-Siedlung bis Sommer 2020 wegen der geplanten Gewerbegebietsentwicklung geräumt werden müssen.

Um Ersatz zu schaffen, will sich die Stadtverwaltung nochmals verstärkt auf die Suche nach Mietwohnraum machen und im südlichen Teil der Holzheide zwei neue Häuser entstehen lassen. Die beiden zweigeschossigen Bauten sollen als Holzrahmenkonstruktion in Passivhausbauweise baugleich zu den bereits dort stehenden Gebäuden errichtet werden.

Gebäude bieten 60 Geflüchteten Platz

»Sie sind für eine Maximalbelegung mit 60 Geflüchteten ausgerichtet und haben sich durch ihre Größe und abgeschlossene Struktur aus Ein- und Zweizimmerapartments als Unterkunft bewährt«, erklärt Stadtbaurätin Nina Herrling in einer Vorlage für den am 21. Februar tagenden Ausschuss für Immobilienwesen. Die Gebäude könnten an die vorhandene Heizzentrale angeschlossen werden.

Die Form der Kleinapartments sei darüber hinaus eine auch auf Dauer nachgefragte Wohnform. Durch die baugleiche Ausführung könne die Zeit für Planung und Vorbereitung der Ausschreibung wesentlich verkürzt werden. Damit sei es möglich, in vergleichbar kurzer Zeit zumindest einen Teil des dringend erforderlichen Gesamtbedarfs sicher zu schaffen.

Kostengünstiger Wohnraum ist kaum zu finden

Von den 877 Menschen in städtischen Flüchtlingsunterkünften sind 52,7 Prozent bleibeberechtigt. Das bedeutet, dass 427 Nutzer der Flüchtlingsunterkünfte eigentlich in privaten Wohnraum ziehen könnten und sollten. Hier liegt für die Stadt der Knackpunkt: Der Umzug in private Mietwohnungen findet nicht oder nur sehr eingeschränkt statt, weil entsprechend kostengünstiger Wohnraum in Gütersloh kaum zu finden ist.

»Es ist zur Zeit nicht davon auszugehen, dass die Zahl der in städtischen Unterkünften lebenden Menschen demnächst signifikant sinken wird«, so Herrling in der Vorlage. Die Stadt bleibe, wenn auch in geringerem Maße, bis auf weiteres aufnahmepflichtig.

 

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