Mi., 20.02.2019

Captrain Cargo West sieht im Kreis Gütersloh keine großen Wachtumschancen Güterverkehr sinkt weiter

Das Güterverkehrsaufkommen und der Jahresumsatz der Captrain Cargo West sind 2017 gesunken.

Das Güterverkehrsaufkommen und der Jahresumsatz der Captrain Cargo West sind 2017 gesunken. Foto: Stephan Rechlin

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Ohne die Investitionen in den Personennahverkehr ist auch der Güterverkehr auf der TWE-Schiene nicht zu retten. Aus diesem Zusammenhang machen Reaktivierungs-Befürworter wie Stefan Honerkamp (VVOWL) kein Geheimnis mehr. Ob der weiter schrumpfende Güterverkehr diesen Aufwand rechtfertigt, müssen Land und Regionalrat im März entscheiden.

Im Geschäftsjahr 2017 ist das Güterverkehrsaufkommen der Captrain Deutschland Cargo West GmbH (CCW) deutlich um 1,2 Millionen auf 6,9 Millionen Tonnen gesunken. Entsprechend schrumpfte der Jahresumsatz um 15,4 Millionen auf 75,5 Millionen Euro. Die Kündigung internationaler Papierverkehre im Dezember 2016 konnte der jetzt vorgelegten Jahresbilanz zufolge im gesamten Jahr 2017 nicht mehr kompensiert werden.

Jahresverlust wird reduziert

Erstaunlicherweise gelang es der CCW dennoch, ihren Jahresverlust von 1,8 auf 1,7 Millionen Euro zu reduzieren. Weil das Unternehmen weniger Güter transportierte, gab es auch weniger für Roh-, Hilf- und Betriebsstoffe aus, musste weniger Dienstleistungen hinzukaufen, verbrauchte weniger Diesel und Traktionsstrom. Die Ersparnisse beim Materialaufwand kompensierten sogar die höheren Personalkosten für die von 135 auf 172 gestiegene Zahl von Mitarbeitern. Wegen der auf 17,6 Millionen Euro gestiegenen Bilanzsumme sank die Eigenkapitalquote jedoch von 11,3 auf 10,9 Prozent.

Stahlsektor im globalen Wettbewerb

Die CCW strebt weiter an, Güterverkehrsaufkommen und Umsatz wieder zu erhöhen, doch werden die Chancen dafür im Kreis Gütersloh nicht allzu hoch eingeschätzt: »Die vor allem vom Standort Gütersloh betreuten Kunden im Stahlsektor unterliegen zum einen konjunkturellen Schwankungen, zum anderen sind Veränderungen der Produktionsstrukturen der Kunden zu berücksichtigen, die sich häufig in einem globalen Wettbewerb befinden und auch unter hohem Preisdruck stehen.«

Bessere Wachstumschancen macht die CCW dagegen auf ihrer Rheinschiene aus, in der Zusammenarbeit mit den Tochtergesellschaften in Holland und Dänemark sowie im Rangierverkehr im Hamburger Hafen.

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