Fr., 22.02.2019

Brief an die Mitarbeiter – erste Ergebnisse aus der McKinsey-Beratung Miele-Chefs werfen IG Metall »irreführende Aussagen« vor

Waschmaschienen-Produktion bei Miele: Die Unternehmensleitung wendet sich mit einem Schreiben an ihre Mitarbeiter.

Waschmaschienen-Produktion bei Miele: Die Unternehmensleitung wendet sich mit einem Schreiben an ihre Mitarbeiter. Foto: dpa/Archiv

Gütersloh/Bielefeld (WB/in). In einem Brief, der am Freitag an die Mitarbeiterschaft gegangen ist, hat sich die Geschäftsleitung des Gütersloher Hausgeräteherstellers Miele gegen »irreführende oder sogar grob falsche Aussagen« der IG Metall verwahrt. Weder solle die Geschirrspüler-Produktion aus Bielefeld nach Tschechien verlagert werden noch sei, wie in einem Radio-Interview behauptet, das Ende des Miele-Werks in Euskirchen absehbar.

Es bedürfe auch keines Standortsicherungsvertrages für Gütersloh, weil »kein einziges Werk in Frage« stehe.

Gleichwohl sei die Miele-Geschäftsleitung für Gespräche sowohl mit dem Betriebsrat als auch mit der Gewerkschaft offen. So könne etwa ein flexibleres Schichtenmodell dem Unternehmen die Zusatzkosten für Extraschichten ersparen.

Ergebnisse aus McKinsey-Beratungsprojekt

In dem Brief, der von Markus Miele, Reinhard Zinkann, Olaf Bartsch, Stefan Breit und Axel Kniehl unterzeichnet wurde, gibt die Unternehmensführung auch erste Hinweise auf Zwischenergebnisse in dem Beratungsprojekt McKinsey. Danach wurden mehrere »Fokusprojekte« ermittelt, bei denen Strukturen verändert werden müssten. Das beginne bereits bei der Konstruktion der Geräte. Dabei könnten Veränderungen zu Kosteneinsparungen bei Materialeinsatz und Produktion führen, ohne dass die Qualität und Leistung von Miele darunter leide, heißt es in dem Brief.

In den weiteren Punkten geht es vor allem darum, durch länderübergreifende Zusammenarbeit Rohstoffe und Material günstiger einzukaufen, die Call Center und den Einsatz von Servicetechnikern zu optimieren, mit einer anderen Lagerhaltung die Logistik zu verbessern, beim Marketing die digitalen Kanäle besser zu nutzen und auch die Finanzverwaltung international zu koordinieren. Vor allem sollten Doppelarbeit und Parallelstrukturen abgebaut werden, heißt es in dem Schreiben.

Appell an die Belegschaft

Der nächste Schritt ist nach Angaben des Managements die Bildung von gemischten Teams aus Fach- und Führungskräften von Miele und den Beratern von McKinsey. »Zum ganzen Bild gehört, dass in einigen Bereichen der Miele-Gruppe mittelfristig weniger Personal benötigt werden wird«, heißt es in dem Schreiben. Dies diene aber allein dazu, das Unternehmen nachhaltig wettbewerbsfähig zu machen. Am Ende appelliert die Führung an die Belegschaft: »Wir dürfen uns unser Unternehmen nicht von außen schlechtreden lassen.«

In der kommende Wochen wollen Miele-Geschäftsführung und IG Metall ihre Haltung auf getrennten Pressekonferenzen weiter erläutern.

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