Leer stehendes Gebäude an der Raststätte wird versteigert
Haus zum Schnäppchenpreis

Gütersloh (WB). Das Haus steht einsam und verlassen da: 17 Zimmer, 430 Quadratmeter Wohnfläche, 1545 Quadratmeter Grundstück – mit Anbau und Zufahrt zur Autobahnraststätte Gütersloh. Das seit sieben Jahren leer stehende Gebäude von 1960 am Brockweg soll am Samstag, 16. März, in Köln unter den Hammer kommen. Mindestgebot: 9500 Euro. Ein Schnäppchen?

Donnerstag, 07.03.2019, 07:00 Uhr
Einsam und verlassen: Das Haus am Brockweg, gegenüber der Raststätte Gütersloh, steht bereits seit sieben Jahren leer. Der Garten ist verwahrlost, die Räume im Innern sind stark sanierungsbedürftig. Jetzt soll das Gebäude versteigert werden. Foto: Wolfgang Wotke
Einsam und verlassen: Das Haus am Brockweg, gegenüber der Raststätte Gütersloh, steht bereits seit sieben Jahren leer. Der Garten ist verwahrlost, die Räume im Innern sind stark sanierungsbedürftig. Jetzt soll das Gebäude versteigert werden. Foto: Wolfgang Wotke

»Wahrlich nicht«, sagt ein älterer Spaziergänger, der täglich seinen Mischlingshund dort Gassi führt. »Rund um das Gebäude und im Innern sieht es doch aus wie Kraut und Rüben. Da muss man noch viel Geld in die Hand nehmen, um es zu sanieren.« Stimmt! Schon beim Anblick fällt auf, dass dieses Verkaufsobjekt erhebliche Mängel aufweist. Der Garten mit großer Grünfläche ist verwahrlost, etliche Bäume sind abgeholzt, die Fassade bröckelt, teilweise liegt Müll herum. Außerdem ist die Zufahrt vom Brockweg auf die angrenzende Rastanlage strengstens verboten, abgesehen von deren Angestellten.

Im Wohnzimmer gibt es Parkettboden und sogar einen Kamin. Ob die Heizung noch funktioniert, ist ungewiss.

Im Wohnzimmer gibt es Parkettboden und sogar einen Kamin. Ob die Heizung noch funktioniert, ist ungewiss. Foto: Wotke

Doch wem gehört das geheimnisvolle Haus direkt an der Autobahn A2? Die Antwort gibt das Exposé in Portalen im Internet. Das Bauwerk ist Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit Hauptsitz in Bonn. Einst war das Gebäude für die Betriebsleiterwohnung der Raststätte als auch für die Unterkunft für Beschäftigte errichtet worden und verfügt im Erdgeschoss über fünf Zimmer, eine Küche, Diele, Flur und Bad. Im Wohnzimmer gibt es einen Kamin, ebenfalls auf der Terrasse. Das Obergeschoss hat zehn Einzel- und zwei Doppelzimmer. Der Teich im Garten gleicht einer Kloake. Im Keller soll Zentimeter hoch das Wasser stehen.

Die Westdeutsche Grundstücksauktionen AG wird das Objekt samt Grundstück am Samstag, 16. März, ab 11 Uhr im Hilton Cologne Hotel Köln versteigern. Wer den Zuschlag für diese Behausung bekommt, muss sich allerdings auf einige Probleme einrichten.

So obliegt das Belegungsrecht im Obergeschoss der Stadt Gütersloh, die einer Änderung zustimmen muss. Doch danach sieht es zurzeit nicht aus, denn bereits vor fünf Jahren hat die Verwaltung einem Kaufinteressenten eine Nutzungsänderung versagt. Der wollte in dem Haus Büros, ein Appartement und sogar ein Café unterbringen. Außerdem sind in dem Haus nach Meinung der Stadt keine gesunden Wohn- und Arbeitsverhältnisse gegeben, weil es auf der gegenüberliegenden Tankstelle und auf dem Rastplatz zu Überschreitungen der zulässigen Immissionswerte komme.

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