Sa., 16.03.2019

Gütersloh: Jetzt muss nur noch Regionalrat der TWE-Reaktivierung zustimmen Kommission stellt die Weiche

Die TWE-Loks stehen auf der Startrampe. Die Verkehrskommission des Regionalrates stimmt einer Reaktivierung des Personenverkehrs einstimmig zu. Mit diesem Votum wechselt das Projekt von der Planungs- in die Umsetzungsphase.

Die TWE-Loks stehen auf der Startrampe. Die Verkehrskommission des Regionalrates stimmt einer Reaktivierung des Personenverkehrs einstimmig zu. Mit diesem Votum wechselt das Projekt von der Planungs- in die Umsetzungsphase. Foto: Wolfgang Wotke

Von Stephan Rechlin

Gütersloh/Detmold (WB). Die Verkehrskommission des Regionalrats stimmt der Reaktivierung des Personenverkehrs auf den Schienen der Teutoburger Wald Eisenbahn (TWE) einstimmig zu. Damit sind die Weichen für die Abstimmung im Regionalrat gestellt.

Mit diesem Votum verbunden ist die Empfehlung, die 25,7 Kilometer lange Bahnstrecke von Harsewinkel über Gütersloh bis Verl für 34,5 Millionen Euro instand zu setzen. Sowohl diese Investitionsmittel als auch die späteren Betriebskosten in Höhe von gut einer Million Euro pro Jahr sollen vom Land übernommen werden. Dazu muss das Projekt in den Bedarfsplan des Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) aufgenommen werden, über den der Landtag 2021 abstimmen wird. Folgt der Landtag dem Beschluss des Regionalrates, könnten die ersten Personenzüge nach einer zweijährigen Bauphase erstmals 2023 eingesetzt werden.

Eine regionale Straßenbahn

Für Kommissionsvorsitzenden Wolfgang Bölling (SPD) stellt das Votum darum einen historischen Moment dar: »Damit wechselt das Reaktivierungsprojekt aus der Planungs- in die Umsetzungsphase.« Aus den Nahverkehrsverbänden gaben Michael Dubbi (NWL) und Stefan Honerkamp (VVOWL) darauf acht, dass in dem Abstimmungsprozess nicht doch noch etwas schief läuft.

So äußerte SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Brinkmann seine Skepsis zu den in der »Standardisierten Bewertung« vorausgesagten 3100 Fahrgästen pro Tag: »Wie ein Zug mit gerade einmal 152 Plätzen mit der Rush Hour in den großen Betrieben in Gütersloh zurechtkommen soll, weiß ich noch nicht so recht.« Grundsätzlich sei er »begeistert«, dass es möglich sei, auf diese Weise eine »regionale Straßenbahn« auf die Gleise zu setzen. Arnold Weßling (CDU) riet, die Netzwerkpläne anzupassen, sobald der genaue Bedarf auf der Strecke feststehe: »Erst einmal freuen wir uns jetzt auf den Beginn. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.«

Fahrzeit weiter reduzieren

Bernd Vollmer (Linke) regte an, die Fahrzeit von 16 Minuten (Harsewinkel-Gütersloh) bzw. 17 Minuten (Verl-Gütersloh) weiter auf 14 und 15 Minuten zu senken: »Dann würde ein Zug reichen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis noch besser.« Berthold Purzer von der PTV Transport Consult GmbH, dem Gutachterbüro, winkte ab: »Um einen Zug einzusparen, müssten wir auf zehn Minuten runter. Das ist nicht zu schaffen. Der Zug verliert viel Zeit im Gütersloher Hauptbahnhof, weil er dort wenden muss.« Hendrik Wilkening, Geschäftsführer der TWE, sah dafür ebenfalls keinen Grund: »Mit dem zweiten Zug können wir das Verspätungspotenzial des ersten Zuges aufholen.«

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