Mo., 11.03.2019

Gütersloh: Mit 122 Ausstellern gerät Berufsinformationsbörse an Kapazitätsgrenzen Lehrlinge sind die besten Botschafter

Nicht nur im kleinen Saal der Gütersloher Stadthalle gerät die Berufsinformationsbörse inzwischen an ihre Grenzen. Mit 122 Ausstellern im großen Saal und in den Foyers wird über viele verschiedene Ausbildungsberufe informiert.

Nicht nur im kleinen Saal der Gütersloher Stadthalle gerät die Berufsinformationsbörse inzwischen an ihre Grenzen. Mit 122 Ausstellern im großen Saal und in den Foyers wird über viele verschiedene Ausbildungsberufe informiert.

Von Jan-Hermann Ruthmann

Gütersloh (WB). »Mit Bachelorkandidaten könnte man die Gütersloher Straßen pflastern. Der Hang zum Studium schadet unseren Handwerksbetrieben«, bringt es Helmut Flöttmann vom Verein »Probierwerkstatt« auf den Punkt.

Seit 2009 organisiert er mit einigen anderen in ehrenamtlicher Arbeit die Berufsinformationsbörse in Stadthalle und Theater. Am vergangenen Samstagvormittag kam die Veranstaltung mit 122 Ausstellern an die Kapazitätsgrenze. Bereits zum zweiten Mal in Folge musste Betrieben abgesagt und die Stände verkleinert werden. Die große Nachfrage lässt erkennen: Fast jedes Unternehmen sucht Auszubildende. Besonders schwer haben es die Handwerksbetriebe. Da setzt die Berufsinformationsbörse an.

Helmut Flöttmann erinnert sich noch an die erste Veranstaltung der Berufsinformationsbörse: »Damals sind wir mit 37 Ausstellern gestartet. In diesem Jahr sind es beinahe hundert mehr.« Durch die Börse kommen die zukünftigen Azubis direkt mit Arbeitgebern ins Gespräch, man kann sich austauschen und viele Fragen beantworten. Die meisten Unternehmen bringen ihre Auszubildenden mit, denn es ist viel einfacher für die Besucher, sich mit einem fast Gleichaltrigen zu unterhalten als mit dem Personalchef. Laura Fislake aus Verl hat sich einige Stände angeschaut. Sie interessiert eher eine kaufmännische Ausbildung. So informiert sie sich beim Verler Traditionsunternehmen Heroal über ihre Möglichkeiten. Eva Mundry arbeitet als Industriemechanikerin bei WP Kemper aus Rietberg. Sie hat am Stand schon viele gute Gespräche geführt.

Auslandseinsätze

Der 14-jährige Johann Müller ist aus Warendorf angereist. Obwohl er noch etwas Zeit hat, schaut er sich die Ausbildungsmöglichkeiten bei Hörmann an. Besonders beeindruckt ist er, als er hört, dass man als Azubi dort auch mal in anderen Werken eingesetzt ist. »Ich war im vergangenen Jahr für drei Monate in unserem Werk in Alkmaar, Holland. Das ist eine besonders spannende Erfahrung, die man in seiner Ausbildung machen kann,« erläutert der Auszubildende Lars Hainke.

Diyar Ibrahim interessiert sich für eine technische Ausbildung als Mechatroniker oder Elektroniker. Am Stand der Firma Husemann bekommt er erste Informationen. Peter Wulfhorst ist das erste Mal für den Betrieb bei der Börse und ist begeistert: »Wenn auch nur einer der Schüler bei mir in der Werkstatt anfängt, wäre das doch klasse.« Micha Kasper aus Harsewinkel und Sina Koldehoff aus Bielefeld schauen am Stand von Claas vorbei. Kasper: »Ich suche nach einem dualen Studiengang und durch diese Messe weiß ich auch schon, wo ich mich überall bewerbe. Das ist eine große Hilfe.«

Auszubildende bauen Maschine

Fasziniert steht Bjarne Lüdeling aus Gütersloh am großen Stand des Sondermaschinenbauers Aumann aus Beelen, der im Theater aufgebaut ist. Das Unternehmen hat eine Maschine dabei, die die Auszubildenden des ersten Lehrjahres teilweise selbst gebaut haben: »So was will ich auch machen!« Auch der Gütersloher Großhandel Strenge hat im Theater Platz gefunden. Luca Winter ist Auszubildender im ersten Lehrjahr und ist mit Spaß bei der Sache. »Man trifft hier ja auch die Leute wieder, mit denen man in der Schule war und die man jetzt schon lange nicht gesehen hat.« Sebastian Klasfauseweh aus Verl weiß noch nicht, was er nach der Schule machen will. Ein freiwilliges soziales Jahr würde ihn interessieren. Er informiert sich über die Angebote an der Michaelisschule.

Im Foyer der Stadthalle verteilen Mitglieder der Bäckerinnung Berliner. Axel Glasenapp und Alina Schlingemann von der Bäckerei Glasenapp und Daniela Berlin-Stickling von der Bäckerei Thiesbrummel locken mit Süßigkeiten: »Kommen Sie. Nehmen Sie noch einen.«

Im kleinen Saal der Stadthalle freut sich Alena Miorini vom Verein Probierwerkstatt e.V. über den »Calligraphy Cut«, den ihr Katharina Greweling von Haar-Team Seidel verpasst hat: »Beim Friseur entwickeln sich die besten Gespräche.«

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