Di., 26.03.2019

Jugendkantorei Isselhorst untermalt bewegende Sklaven-Geschichte mit Gospel Ein Fest für Ohren, Augen und Herz

Haben mit dem Gospelstück »Oh Freedom« in der Evangelischen Kirche Isselhorst begeistert: Die Jugendkantorei Isselhorst unter der Leitung von Birke Schreiber

Haben mit dem Gospelstück »Oh Freedom« in der Evangelischen Kirche Isselhorst begeistert: Die Jugendkantorei Isselhorst unter der Leitung von Birke Schreiber Foto: Jan-Hermann Ruthmann

Von Jan-Hermann Ruthmann

Gütersloh-Isselhorst (WB). Erwartungsvoll strömen die Zuhörer in die Evangelische Kirche in Isselhorst. Nach einem Jahr intensiver Proben führt die Jugendkantorei das Gospelstück »Oh Freedom« von Markus Nickel auf.

Dem Stück zugrunde liegt die Geschichte des Sklaven Thommy. Er arbeitet auf einer Baumwollplantage in Kentucky und lernt dort Sally kennen. Auch sie ist Sklavin und die beiden verlieben sich ineinander. Das Leben auf der Plantage ist hart, aber Master William ist eigentlich als Herr in Ordnung. Doch eins teilen alle Sklaven dort: Hoffnung. Hoffnung auf Gott, der seine schützende Hand über sie hält und sie irgendwann zur Freiheit führen wird.

Der einzige unter ihnen, der lesen und schreiben kann, heißt Thomas. Er predigt in den Gottesdiensten, die sie zusammen feiern. Die Liebe zwischen Thommy und Sally entwickelt sich so stark, dass sie heiraten wollen, doch das verbietet Master William. Beflügelt vom Glauben fliehen sie. Nach einer aufreibenden Reise sind sie am Ende tatsächlich der Sklaverei entkommen. Die Lieder von der Rettung aus nahezu ausweglosen Situationen, die Verkündigung der Bibel haben sie den ganzen Weg begleitet.

Die Geschichte wird an vielen Stellen von der Jugendkantorei durch bekannte Gospels untermalt. So bekommt das Lied »Nobody knows the trouble I’ve seen« eine ganz besondere Bedeutung, wenn vorher die Szene gespielt wird, in der Master William die Heirat zwischen Thommy und Sally verbietet.

Ruf nach Freiheit

Das Publikum versteht den Song »Oh Freedom« als sehnsüchtigen Ruf nach Freiheit und Gerechtigkeit. Eindrucksvoll ebenfalls, als Thommy und Sally durch einen breiteren Fluss waten müssen und das Lied »Wade in the water« erklingt. Hier heißt es: »Watet ins Wasser. Der Herr wird das Wasser teilen.«

Die Spielfreude von Anne-Sophie Brinkmann (Thommy) und Keziah Kremer (Sally) ist einfach schön mitanzusehen. Das Publikum schnipst und klatscht im Takt der teils schmissigen, teils ruhigen Gospels. Den jungen Sängerinnen und Sängern ist die Freude ins Gesicht geschrieben, ihr können vor einem größeren Publikum zu zeigen.

Publikum ist begeistert

Eben soviel Spaß macht es Kantorin Birke Schreiber, sie zu dirigieren. Harald Kiesslich begleitet am Klavier und Daniel Reichert stellt in mehreren Soli sein Können an der Trompete unter Beweis. Nach anderthalb Stunden tobt das Publikum, es fordert lautstark eine Zugabe. »I will follow him« aus dem Film »Sister Act« gibt die Jugendkantorei noch einmal zum Besten. Birke Schreiber bedankt sich noch einmal bei allen Beteiligten für dieses wunderbare Konzert. Ein besonderer Dank gilt Adrian Büttemeier, der als Interimskantor dieses Stück zunächst mit den Jugendlichen einübte. Nachdem Birke Schreiber aus der Elternzeit wieder zurückgekehrt war, übernahm sie die Leitung des Projekts. Nach dem Auszug der Kantorei von der Bühne ist aus der Sakristei eine Art Befreiungsjubel zu hören. Mit ihrem Spiel und ihrem Gesang haben die jungen Leute es wieder einmal geschafft, ihr Publikum zu begeistern.

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