So., 07.04.2019

100 Jahre LWL-Klinikum in Gütersloh: Ausstellung erzählt die Geschichte »Ein Jahrhundertprojekt«

Riesige Fototafeln erzählen die 100-jährige Geschichte des LWL-Klinikums in Gütersloh. Stadtmuseumsleiter Dr. Franz Jungbluth präsentiert hier eine alte Zwangsjacke aus den 20er-Jahren. Andere Exponate stehen hinter Vitrinen.

Riesige Fototafeln erzählen die 100-jährige Geschichte des LWL-Klinikums in Gütersloh. Stadtmuseumsleiter Dr. Franz Jungbluth präsentiert hier eine alte Zwangsjacke aus den 20er-Jahren. Andere Exponate stehen hinter Vitrinen.

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Das LWL-Klinikum wird 100 Jahre alt. Zum Auftakt der Feierlichkeiten, die über das ganze Jahr verteilt sind, hat LWL-Direktor Matthias Löb am Freitag eine Ausstellung zur Klinikgeschichte eröffnet.

»Von der Provinzialheilanstalt zum LWL-Klinikum – ein Jahrhundertprojekt«, so heißt die Ausstellung. »Der Titel ist auch Programm«, sagte Löb, »denn es folgen in den nächsten Wochen und Monaten Vorträge, Kongresse, Feste und ein Tag der offenen Tür.« Man beschäftige sich intensiv mit der Auseinandersetzung um die Klinikgeschichte, denn sie sei auch ein wichtiger Bestandteil der Gütersloher Stadtgeschichte. Das alles sei in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum geschehen.

»Einige Exponate aus vergangenen Zeiten, wie zum Beispiel Anstaltsgeld aus den 50-er Jahren, haben wir zusammengetragen, um sie nach langer Zeit wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen«, berichtete Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth. Dafür seien zwei Projektgruppen gebildet worden. Ein Teil der Geschichte befasse sich auch mit den Licht- und Schattenseiten. »Wir stellen die Frage, wie sich Gesellschaft und Psychiatrie wechselseitig beeinflusst haben und was das alles für heute und für die Zukunft des Psychiatrie bedeutet.«

Psychiatrie in Deutschland maßgeblich beeinflusst

Seit den 60er-Jahren gab es Änderungen und Verbesserungen bei den psychotherapeutischen Behandlungsansätzen sowie in der gemeindepsychiatrischen Versorgung. »Wir sind stolz darauf, dass von der Gütersloher Klinik immer wieder entscheidende Impulse zur Weiterentwicklung psychiatrischer Behandlungsangebote und Versorgungsstrukturen ausgegangen sind, die die Psychiatrie in Deutschland maßgeblich beeinflusst haben«, erklärte Prof. Dr. Meinolf Noeker, LWL-Krankenhausdezernent. Die Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung bilde eine wichtige Grundlage für aktuelle Diskussionen und Entwicklungen. Die Ausstellung ist öffentlich und im Sportzentrum Haus 10 montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Neben dem fachlichen Austausch gibt es auch die Gelegenheit, das Klinikum (850 Mitarbeiter, 440 Betten und 11.000 Patienten pro Jahr) aus einer anderen Perspektive kennenzulernen sowie Einblicke in den Klinikalltag zu erhalten. So findet am 21. September der »Tag der offenen Tür« statt.

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