Sa., 13.04.2019

Wie Unterricht mit iPads klappt So lernen Schüler heute

Schnelles Quiz: Auf ihren Tablets drücken die Schüler auf eins der vier Felder und geben dadurch ihre Antwort ab.

Schnelles Quiz: Auf ihren Tablets drücken die Schüler auf eins der vier Felder und geben dadurch ihre Antwort ab. Foto: Hendrik Fahrenwald

Von Hendrik Fahrenwald

Gütersloh (WB). »Hefte raus, Test«, war gestern. Heute wird mit dem iPad gequizzt. Wie läuft so ein digitaler Unterricht in Gütersloh ab?

Ganz schön altmodisch hat Amy die Matheaufgabe gelöst. Bruchrechnung, auch noch mit Füller und Papier. Dann allerdings zückt sie ihr iPad macht ein Foto von ihrem Papier und schwups ist die Lösung auf dem großen Display an der Wand des Klassenraums für alle zu sehen.

Die Schüler und Lehrer beeindruckt die Technik an der Janusz-Korczak-Gesamtschule schon lange nicht mehr. Seit November gibt’s hier sieben Displays und 280 iPads. 162 Tablets stehen nur den Schülern der sechsten Klassen zur Verfügung. »Sie nehmen die iPads sogar mit nach Hause«, sagt Lehrer Lukas Schreckenberg. Er ist der iPad-Spezialist an der Schule, gibt seinen Kollegen sogar Tipps für den Unterricht mit Tablet und Tafel-Ersatz.

Quiz statt Test

In seinem Englisch-Unterricht scannen seine Schüler QR-Codes ein, werden dann zu einer Internetseite weitergeleitet und durchstöbern diese nach Infos. Das Erlernte wird später mit einem Quiz überprüft. Die Fragen erscheinen auf dem Display an der Wand. Auf ihren Tablets wählen die Schüler eine von vier Antworten an. Multiple-Choice-Test ganz ohne Ankreuzen auf Papier, dafür mit Sieger-Auswertung in Echtzeit. Den ersten Platz räumt die 11-jährige Edona ab. »Einfach atemberaubend«, steht in Englisch auf ihrem iPad. Dann klappt sie es zu und verstaut es in einem abschließbaren Schrank. In der Pause darf damit nicht gespielt werden, im Unterricht kommt es erst zum Einsatz, wenn die Lehrer dies fordern. Auf alle Webseiten können die Schüler nicht surfen, das verhindert ein Filter. Per App können Lehrer die Tablets im Unterricht sperren oder sehen, was auf den Geräten gemacht wird.

Eltern haften

Zu Hause geht dies natürlich nicht, dort haften übrigens die Eltern für Beschädigung oder Verlust. »Die Tablets ersetzen etwa 30 Prozent des bisherigen Unterrichts«, sagt Schulleiterin Heidrun Elbracht. Der digitale Unterricht an der Gesamtschule ist Teil des Projekts »Digital – Lernen – Fördern« in Zusammenarbeit mit der Reinhard-Mohn-Stiftung und der Stadt Gütersloh. Das Konzept ist noch in der Erprobungsphase. Neben den Sechstklässlern können andere Schüler die Tablets nutzen. Dafür gibt es ausleihbare iPad-Koffer.

Auch die nächsten Sechstklässler sollen mit iPads ausgestattet werden. 10 zusätzliche Displays werden angeschafft. Bald soll so auch in anderen Schulen gelernt werden. »Auf Dauer wollen wir für eine einheitliche Ausstattung sorgen«, sagt Roland Thiesbrummel. Er ist Fachbereichsleiter Jugend und Bildung in Gütersloh. Derzeit sind die Geräte Eigentum der Stadt. Ein Finanzierungsmodell für Eltern soll erarbeitet werden. Amy möchte nicht mehr ohne iPad lernen, denn sie findet es »cool und es macht einfach Spaß.«

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