Mo., 15.04.2019

Rutschwettbewerb lockt fast 100 Starter an – Rekord wird nicht geknackt Riesenspaß für Röhren-Raser

Geschafft! Nach etwa 13 Sekunden kommt dieser Röhren-Raser in den Zielkanal gerauscht. Das zweite Gütersloher Rennrutschen in der »Welle« verzeichnet eine starke Beteiligung: Fast 100 Starter sausen durch die 100 Meter lange Röhre.

Geschafft! Nach etwa 13 Sekunden kommt dieser Röhren-Raser in den Zielkanal gerauscht. Das zweite Gütersloher Rennrutschen in der »Welle« verzeichnet eine starke Beteiligung: Fast 100 Starter sausen durch die 100 Meter lange Röhre. Foto: Uwe Caspar

Von Uwe Caspar

Gütersloh (WB). Geduldig steht der ältere Herr auf der Treppe und wartet auf sein Startkommando. »Eigentlich bin ich heute nur zum Saunieren da und habe mich dann kurzfristig entschlossen, hier mitzumachen«, erzählt Bernhard Rottmann, bevor es für ihn in die Röhre geht. Mit 73 Jahren ist der Senior aus Rheda-Wiedenbrück der ältestes Teilnehmer beim zweiten Rutschwettbewerb in der »Welle«.

Im vergangenen Jahr brauchte der Hamburger Andreas Köhnke lediglich 11,58 Sekunden für seine flotte Rutsch-Partie durch den rund 100 Meter langen Tunnel im Gütersloher Spaßbad. Sein Rekord bleibt unangetastet: Der diesjährige Sieger W. Busse, der weder seinen kompletten Vornamen noch seinen Heimatort verraten möchte, benötigt für den schnellsten der drei Durchgänge 12,10 Sekunden. Gewertet werden jeweils die beiden besten Läufe, da kommt der neue Champion auf insgesamt 24,21 Sekunden.

Der Zweitplatzierte Stefan Zweier (26,27) und der auf Rang drei auf dem Hosenboden ins Ziel gerutschte Klaus Trendel (27,13) liegen deutlich hinter Busse, der sich wie Zweier für das bundesweite Finale Ende November in Bad Lauterberg qualifiziert hat. Schnellste Dame: Ina Schlüter, die nach 27,98 Sekunden aus dem Zielkanal klettert. Dass der Rekord nicht geknackt wird, kommt für Sven Detlefsen nicht überraschend. »Wegen der Kurven ist unsere Röhre recht anspruchsvoll«, erklärt der Welle-Mitarbeiter, der mit einem dicken, wasserfesten Filzstift die Nummern der Starter auf deren Arme aufträgt.

Starts im Minutentakt

Eine Bestmarke gibt es dann aber doch noch: Mit insgesamt 98 rutschenden »Wasserratten« verzeichnet der Ausrichter, die Stadtwerke Gütersloh, deutlich mehr Röhren-Raser als bei der Premiere 2018. »Ein ausgezeichnetes Ergebnis, im nächsten Jahr wollen wir die 100er-Marke erreichen«, kündigt Detlefsen an. Die optimistische Prognose des Schwimmmeisters dürfte zur Realität werden: Denn das kurze, nasse Vergnügen in der schmalen Speedrutsche »Body2Racer« – am vergangenen Samstag wird nur einer der beiden Kanäle genutzt – erfreut sich wachsender Beliebtheit. »Dieser seit fünf Jahren durchgeführte Wettbewerb ist stark im Kommen«, berichtet Detlefsen.

Sein Kollege Sebastian Riedel verrichtet ein paar Treppen höher seinen Job – der 39-Jährige ist verantwortlich für die reibungslosen Starts im Minutentakt. »Alle Zeiten über zwölf Sekunden sind schlecht«, ruft Riedel scherzend der wartenden Rutsch-Meute zu. Es sind viele Kinder und Jugendliche dabei. Voraussetzung für eine gute Endzeit ist vor allem das möglichst schwungvolle Hineingleiten in die Röhre. »Wie beim Bobfahren oder Rodeln sind auch bei uns die ersten Meter entscheidend«, erläutert Sven Detlefsen. Eine eingeölte Haut kann für höheres Tempo sorgen, doch beim Rennrutschen ist das verboten. Voriges Jahr wurden zwei »schmierige« Teilnehmer erwischt und disqualifiziert, diesmal jedoch verstößt niemand gegen die Regel. Schließlich steht beim Rasen durch die Röhre der Sekunden-Spaß und nicht die Platzierung im Vordergrund.

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