Di., 16.04.2019

Angriff auf 21-Jährigen am Mai-Feiertag 2018 stellt sich anders dar Prozess nach Schlägerei in den Dalkeauen: Keine versuchte Tötung

Hinterlassenschaften nach der Party am 1. Mai in den Dalkeauen: nichts als Müll. Hier soll 2018 der Angriff auf einen jungen Mann erfolgt sein.

Hinterlassenschaften nach der Party am 1. Mai in den Dalkeauen: nichts als Müll. Hier soll 2018 der Angriff auf einen jungen Mann erfolgt sein. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Platzwunde, Nasenbeinbruch, Kopfschwellungen, Würgemale: Diese Verletzungen soll ein 21-jähriger Mann am 1. Mai 2018 nach einer Schlägerei in den Dalkeauen erlitten haben. Angeblich, so behauptete es seine Mutter damals, habe man versucht, ihren Sohn in der Dalke auch zu ertränken.

Kann das stimmen? »Am 29. Oktober«, so Güterslohs Amtsgerichtsdirektor Axel Meyer, »steht der Prozess an. Dann müssen sich zwei 22-Jährige vor dem Jugendschöffengericht in dieser Sache wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.« Allerdings ist in der Anklageschrift von einem versuchten Tötungsdelikt keine Rede mehr.

Das hat Oberstaatsanwalt Udo Vennewald dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage bestätigt. Gegen drei weitere Jugendliche, die in diese Keilerei verwickelt gewesen sein sollen, seien die Anschuldigungen fallengelassen worden. »Aus Mangel an Beweisen.« Die Ermittlungen der Polizei haben nun ein etwas anderes Bild dieser Auseinandersetzung gezeichnet. Was hat sich wirklich am 1. Mai des vergangenen Jahres in den Dalkeauen abgespielt?

Jungen Mann in die Dalke geworfen

Rückblende: Dieses Treffen ist Kult in Gütersloh. Am 1. Mai feiern mehrere Tausend Jugendliche auf der Wiese in den Dalkeauen eine große Party , bevor sie am frühen Abend dann in das benachbarte Wapelbad wechseln. Dort geht die Maifeier weiter. Für die jungen Leute steht der Spaß im Vordergrund, doch es gibt oft auch Ärger aufgrund von Alkohol- oder Drogenmissbrauch.

Als sich gegen 18 Uhr drei Männer dem 21-Jährigen nähern, soll es Stunk gegeben haben, weil einer von ihnen seine Freundin auf unhöfliche Art und Weise »angemacht« haben soll.

Die Mutter des 21-Jährigen erklärt, dass es dabei keinen Streit oder ein Wortgefecht gegeben habe, sondern dass gleich die Fäuste geflogen seien. Das aggressive Trio habe ihren Sohn angegriffen und ihn in die Dalke geworfen, wo sie ihn mit Schlägen und Tritten weiter traktiert und am Schluss auch unter Wasser gedrückt hätten. Ihr Sohn habe Todesangst erlebt. Die Angreifer seien geflüchtet. Das Opfer sei in ein Krankenhaus gefahren worden, wo ihm eine Wunde am Kopf genäht worden sei.

Stadt und Polizei erarbeiten Sicherheitskonzept

Vier Polizeibeamte und Mitarbeiter des Ordnungsamtes ermitteln unmittelbar vor Ort, befragen Zeugen, recherchieren Hintergründe. Doch die Täter können unter den 3500 Party-Teilnehmern auf die Schnelle kaum ausgemacht werden. Etliche Jugendliche sind stark angetrunken. Vernehmungen sind unmöglich. Deshalb bittet die Polizei die Beteiligten, am nächsten Tag auf die Wache zu kommen, um den Vorfall wahrheitsgetreu zu schildern und um Anzeige zu erstatten.

Untersuchungen und Zeugenaussagen ergeben schließlich, dass der 21-Jährige in die Dalke geschubst worden ist und dass er so einige Sekunden lang auch seinen Kopf unter Wasser gehalten hat. Vorwürfe der Mutter, dass die Beamten zu lasch ermittelt haben, bestätigen sich nicht.

In diesem Jahr wollen das Ordnungsamt und die Polizei am 1. Mai in den Dalkeauen und auch am Wapelbad noch mehr Einsatzkräfte stellen, damit sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholt. Elisabeth Menke vom Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit der Stadt: »Zurzeit sind die Überlegungen zum Sicherheitskonzept noch nicht ganz abgeschlossen. Es erfolgt noch eine Besprechung mit dem Ordnungsamt, der Polizei und dem Rettungsdienst. Erst dann wird genau festgelegt, welche Maßnahmen zum 1. Mai ergriffen werden.«

 

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