Do., 25.04.2019

Hund soll Tier gebissen haben – Pächter appellieren für Einhaltung der Leinenpflicht Jäger finden totes Reh

Für den Jährlings-Kopf-Bock ist es zu spät, andere Tiere können durch Anleinen der Hunde aber gerettet werden, meinen Franz-Josef Gebauer (links) und Harald Rethage.

Für den Jährlings-Kopf-Bock ist es zu spät, andere Tiere können durch Anleinen der Hunde aber gerettet werden, meinen Franz-Josef Gebauer (links) und Harald Rethage. Foto: Jens Dünhölter

Von Jens Dünhölter

Gütersloh (WB). Den Mittwoch vor Ostern hatten sich Harald Rethage (77) und Franz-Josef Gebauer (63) komplett anders vorgestellt. Gegen 15 Uhr erreichte den Jagdpächter im Gebiet Dalkeweg zwischen Verler Straße/Avenwedde/Ostseite Spexard und seinen Mitstreiter eine schockierende Nachricht.

Stadt bittet um Mithilfe

Sachdienliche Hinweise zu diesem Vorfalle können beim Ordnungsamt der Stadt Gütersloh unter Tel. 05241/822277 gemeldet werden.

Im einem Gebüsch neben einem Reitplatz der in ihrem Jagdgebiet liegenden Hofstelle Amtenbrink hatten Passanten ein totes Reh entdeckt. Wie Franz-Josef Gebauer nach seiner sofortigen Fahrt an den Tatort feststellte, war der knapp einjährige Jährlings-Kopf-Bock offensichtlich von einem freilaufenden Hund tot gebissen worden.

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Das war ein großer Hund, der schneller als des Reh war. Der Hals war glatt durchgebissen.

Franz-Josef Gebauer

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Mit Blick auf den durchtrennten Hals ist für Franz-Josef Gebauer klar: »Das war ein großer Hund, der schneller als des Reh war. Der Hals war glatt durchgebissen«. Statt zu einem imposanten Rehbock zu reifen, landen die Überreste jetzt im Tierabfall. »Wir waren erschrocken als der Anruf des Bauern kam. Ich bin seit 21 Jahren hier Jagdpächter. So etwas ist noch nie passiert«, ist sich der ehemalige Hegeringleiter Harald Rethage sicher. Wann genau sich der für das Reh tödliche Vorfall abgespielt hat, beziehungsweise welcher Hundebesitzer mit seinem Tier verantwortlich ist, lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen. Sicherheitshalber wurde trotzdem der in der Nähe wohnende Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Gütersloh Thomas Habig informiert.

Viele Hunde ohne Leine

Nun sind frei laufende Vierbeiner trotz deutlicher Hinweise auf den im Landschaftsschutzgebiet vorgeschriebenen Leinenzwang am Dalkeweg keine Seltenheit. Bei Spaziergängen und Arbeitseinsätzen rund um seine mitten im Areal liegende Hof trifft Harald Rethage immer Tierbesitzer, die die aufgestellten Freilauf-Verbots-Schilder bewusst ignorieren. Bei großen Hunden sucht der Jagdpächter in ruhigem Ton das Gespräch mit den Menschen. Meist kommt es am Ende zur Überreichung der Broschüre »Ein Hundeleben in Gütersloh«, in der das Verhalten in ausgewiesenen Schutzgebieten unmissverständlich schwarz auf weiß definiert ist. Die Reaktionen darauf seien extrem unterschiedlich, so Harald Rethage, der genau wie sein Mit­streiter »weder Zeit noch Lust hat, zur Dalkeweg-Polizei zu werden«.

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Wir haben weder Zeit noch Lust, zur Dalkeweg-Polizei zu werden.

Harald Rethage

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Weil die vor zehn Jahre aufgestellten Hinweisschilder nicht den gewünschten Effekt bringen, richten Harald Rethage und Franz-Josef Gebauer nach dem tödlichen Vorfall zur Vermeidung ähnlicher Vorkommnisse nun einen »nachdrücklichen Appell« an die Hundebesitzer: »Wir befinden uns mitten in der Brut- und Setzzeit. Die jungen Fasane sind schon da, die Hasen bekommen bald Nachwuchs. Anfang Mai beginnt die Setzzeit der Rehkitze. Wer einen Hund hat, hat die Pflicht ihn hier an die Leine zu nehmen«.

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