Di., 14.05.2019

Der TV-Moderator und die ostwestfälische Einöde Warum es Oliver Welke zum Fernsehen zog

TV-Moderator Oliver Welke hat sich über seine Verbundenheit zum Fernsehen geäußert und mal wieder etwas scharfzüngig über seine Heimat in Ostwestfalen-Lippen gesprochen.

TV-Moderator Oliver Welke hat sich über seine Verbundenheit zum Fernsehen geäußert und mal wieder etwas scharfzüngig über seine Heimat in Ostwestfalen-Lippen gesprochen. Foto: dpa

Von Christian Bröder

Bielefeld/Gütersloh (WB). Humorvoller Seitenhieb an die Heimat: Der gebürtig aus Bielefeld stammende TV-Moderator Oliver Welke (53, »heute-show«/ZDF) hat Montagnacht einmal mehr eine ironische Liebeserklärung an Ostwestfalen-Lippe abgegeben und über seine Verbundenheit zum Fernsehen gesprochen.

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Für mich war Münster so etwas wie Manhattan, weil es dort Ampeln gab und alles mögliche, was wir nicht hatten.

Oliver Welke

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Welke war zu Gast in der Pro7-Sendung »Late Night Berlin« des aus Oldenburg stammenden Klaas Heufer-Umlauf. Als ihn der Komiker mit der Theorie konfrontierte, dass es jemanden umso mehr zum Fernsehen ziehe, wenn man aus Städten wie Bielefeld oder Oldenburg käme, »weil man endlich mal etwas erleben will«, blies Welke schlagfertig ins selbe Horn. »Ja, bei mir ist es noch deprimierender. Ich bin zwar in Bielefeld geboren, aber aufgewachsen in Harsewinkel im Kreis Gütersloh. Für mich war Münster so etwas wie Manhattan, weil es dort Ampeln gab und alles mögliche, was wir nicht hatten. Da ist ein bisschen was dran. Man geht dann in solche Berufe, weil man gelernt hat, schon als Kind sich selber seine Unterhaltung zu machen. Andere machen sie nicht.«

»Sheriff« – das erste Wort vom Bonanza-Fan

Er sei quasi vom Fernseher aufgezogen worden, so Welke, der so häufig Bonanza geschaut habe, dass Menschen von ihm behaupten würden, sein erstes Wort sei »Sheriff« gewesen. Die Faszination für die Flimmerkiste teilte übrigens auch sein Großvater. Der Opa hatte einst das Endspiel der Fußball-WM 1974 so gebannt verfolgte, dass er statt in die Schale mit den Erdnussflips zu greifen, eine »ganze Hand voll Kippen« aus dem Aschenbecher fischte. »Der Unterschied ist ihm nicht aufgefallen, denn die Flips waren damals nicht so gut«, scherzt Satiriker Welke.

Todesangst bei erstem Treffen mit Torwart-Titan Kahn

Der heute im Rheinland lebende zweifache Familienvater, der in den Anfängen seiner journalistischen Karriere als Sportreporter beim WESTFALEN-BLATT in Gütersloh gearbeitet hat, erzählte auch von seiner ersten Begegnung mit Torwart-Titan Oliver Kahn: »Als junger Field-Reporter von Sat1 hatte ich Todesangst vor ihm, wie jeder normale Mensch. Der Olli Kahn von heute lacht aber auch mal – wenn jemand vor ihm stolpert.«

Seehofer und Gauland anhand des Räusperns identifiziert

Mit Klaas Heufer-Umlauf plauderte Welke zudem über die gemeinsame Münsteraner Studienzeit mit dem befreundeten Parodisten Oliver Kalkofe (53) sowie einen vermeintlich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (64, CDU) aus der »heute-show« des ZDF geklauten Witz (»Gott hat uns die FDP nur geschickt, um uns zu prüfen«). Gegen Ende stellte der Bielefelder seine Vielseitigkeit beim Spiel »Geräusche der Macht« unter Beweis, bei dem er Politiker wie Horst Seehofer (69, CSU) oder Alexander Gauland (78, AFD) nur anhand von Räuspern oder Hüsteln identifizierte.

 

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