Sa., 16.03.2019

Vater und Sohn sammeln Geld für Blumenwiese – mit Video Bienen statt Mais

Von Hendrik Fahrenwald

Gütersloh(WB). Eigentlich hatte Heinrich Wulfhorst geplant, Mais auf seinem Acker anzubauen. Nun soll es eine bunte Blumenwiese werden. Die ist nicht nur schöner als der gewöhnliche Mais, sondern Teil eines ehrgeizigen Projekts.

Früher hat Heinrich Wulfhorst mit Zuchtsauen und Ackerbau sein Geld verdient. Heute will er sich um die Bienen kümmern. Die Idee stammt aus Bayern. Dort hat das Volksbegehren »Rettet die Bienen« den 68-jährigen aufmerksam gemacht. Eins der Konzepte: Landwirte stellen ihren Acker zur Verfügung und sammeln Geld, damit auf ihrem Land eine Blumenwiese für Bienen und andere Insekten entsteht.

»Dadurch haben die Leute eine Chance, nicht nur über den Naturschutz zu reden, sondern auch etwas zu tun«, sagt Heinrich Wulfhorst. Er erzählte seinem Sohn Heiner davon.

Warum Crowdfunding?

Crowdfunding ist eine Form der Finanzierung (»funding«) durch eine Gruppe (»crowd«). Durch Crowdfunding kann somit ein Projekt mit Hilfe anderer Menschen finanziert werden. In Deutschland gehören die Internetseiten Kickstarter und Startnext zu den bekanntesten Crowdfunding-Plattformen. Heiner Wulfhorst entschied sich, sein Projekt bei Startnext einzustellen. »Ich habe den Eindruck, dass das Unternehmen nachhaltig eingestellt ist«, sagt Wulfhorst. Für die Investoren bietet er Belohnungen an. Für fünf Euro gibt es ein Fotoset. Wer 25 Euro investiert, der bekommt eine Urkunde, und wer 50 Euro zahlt, der bekommt obendrauf ein Kennenlernen mit Vater und Sohn. Die größte Belohnung ist bei 100 Euro eine Einladung zum Blütenfest.

»Das ist eine geniale Idee«, fand der 34-Jährige. Doch er erkannte auch ein Problem an den bayrischen Projekten. »Die Unterstützer müssen eine relativ hohe Summe zahlen für ein Stück auf dem Acker.«

Spende ab einem Euro

Das Vater-Sohn-Projekt aus Gütersloh kann schon ab einem Euro unterstützt werden. Dafür hat Heiner Wulfhorst eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Das bedeutet, dass die Blumenwiese durch eine Gruppenfinanzierung ermöglicht wird.

Auf einer Internetseite sammeln sie bis zum 31. März Geld. Denn von April an geht’s mit der Bestellung des Ackers los. Bereits 1125 Euro sind seit dem Start Anfang des Monats gespendet worden.

Kurzfristig ausgedacht

Erst zwei Wochen zuvor hatten sich die Wulfhorsts das Projekt ausgedacht. Schnell hatte Heiner Flyer, Plakate und das Crowdfunding-Projekt erstellt. Seinen Freunden und Bekannten erzählte er von seinem Vorhaben. Das Ziel sind zunächst 3500 Euro zu sammeln. Damit könnte der kleinste Acker von 3800 Quadratmetern komplett umgewandelt werden. Von dem Geld wird die Arbeit und das Saatgut bezahlt, der Ernteverlust wird ausgeglichen. Steuern und Provision für das Unternehmen, dass die Crowdfunding-Aktion betreut, werden ebenso von den Einnahmen finanziert.

Buffet könnte wachsen

»Wir haben bisher sehr viel positives Feedback bekommen und sind zufrieden, wenn wir unser erstes Ziel erreicht haben«, sagt Heiner Wulfhorst. Ein zweites Ziel hat er aber schon ausgegeben. Das ist noch ehrgeiziger. Mit 11.000 Euro könnte ein zusätzlicher Acker mit weiteren 8142 Quadratmetern zu einem noch größeren »Bienenbuffet« werden.

Mitmachen kann man auf der Internetseite des Gütersloher Projekts: www.bienenbuffet.de

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