Fr., 17.05.2019

Gütersloh: SPD hält an Wohnbaugesellschaft gegen Empfehlung der Stadt fest »Nicht sauer werden, nicht aufregen«

In Gütersloh fehlt bezahlbarer Wohnraum. Die Not wird von Jahr zu Jahr größer.

In Gütersloh fehlt bezahlbarer Wohnraum. Die Not wird von Jahr zu Jahr größer. Foto: dpa

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). »Nicht sauer werden. Reg’ Dich nicht auf.« So lauten die Regieanweisungen, die sich Matthias Trepper (SPD) im Immobilienausschuss auf seinen Redebeitrag zur Ablehnung einer städtischen Wohnbaugesellschaft notiert hat.

Schon im Bürgermeisterwahlkampf 2015 und danach immer wieder hatten Trepper und die SPD so eine Gesellschaft gefordert, um der Wohnungsnot in Gütersloh beizukommen. Und jetzt putze die Stadt diese Idee mit einem Verweis auf einen doppelten Zeitdruck einfach von der Platte. Zum einen zwinge die LEG-Kündigung die Stadt, bis zum Jahresende einen neuen Verwalter für ihre gut 500 Wohnungen zu finden; zum anderen fehle es an Fachpersonal, um schnell noch eine städtische Lösung herbeizuführen. Trepper: »Beides stellt für uns keinen Grund dar, um auf eine kommunale Wohnbaugesellschaft zu verzichten.« Mit dem Einfluss auf Belegungsrechte, die Miethöhe, die Sozialbindungen von Wohnungen und schnellen Reaktionen auf Beschwerden sei ein Eigenbetrieb besser als eine private Gesellschaft geeignet, um dem akuten Mangel an bezahlbaren Wohnraum zu begegnen. In Deutschland gebe es mehr als 740 Kommunen, die diesen Weg wählten: »Mit der BGW in Bielefeld und dem Bauverein in Gütersloh gibt es zwei hervorragend arbeitende Vorbilder direkt vor der eigenen Tür.«

GmbH lindert keine Wohnungsnot

Ischo Can (CDU) und Norbert Bohlmann (UWG) können Treppers Empörung nachvollziehen, fragen aber vorsichtig, ob der Besitz von Sozialwohnungen zur Kernaufgabe einer Kommune gehöre. Die Wohnungsnot werde auch durch die Gründung einer GmbH nicht beseitigt. Die steuerliche Verteuerung des Wohnungsbaus und Bauauflagen Gütersloher Ausschüsse und Beiräte seien höhere Hürden. Stadtbaurätin Nina Herrling wies die Behauptung Manfred Reeses (Linke) zurück, am Flughafen stünden viele Wohnungen leer: »Dort können sie keinen Wasserhahn aufdrehen und keine Klospülung drücken.« Bis zum Sommer möchte Herrling verkünden, welches neue Unternehmen die Gütersloher Wohnungen künftig verwalten wird und welche Wohnungsgesellschaft in Frage kommt, wenn klar ist, wie es mit der Baulandoffensive und den Bima-Häusern weitergeht.

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