Sa., 18.05.2019

Produktionsjubiläum bei Miele – angekündigter Stellenabbau bleibt – mit video 20 Millionen Geschirrspüler

Technikchef Stefan Breit, Markus Miele und Bielefelds Werksleiter Michael Junker (von links) sind stolz auf den 20-millionsten Geschirrspüler, der dieser Tage in Bielefeld vom Band lief. Die rund 1600 Euro teure Spülmaschine will Miele verschenken.

Technikchef Stefan Breit, Markus Miele und Bielefelds Werksleiter Michael Junker (von links) sind stolz auf den 20-millionsten Geschirrspüler, der dieser Tage in Bielefeld vom Band lief. Die rund 1600 Euro teure Spülmaschine will Miele verschenken. Foto: Bernhard Pierel

Von Paul Edgar Fels

Bielefeld (WB). Wer in Deutschland den ältesten noch funktionierenden Miele-Geschirrspüler hat, kann sich freuen: Miele will sein in Bielefeld produziertes Jubiläumsgerät an ihn oder sie verschenken. Seit 1960 wurden 20 Millionen Geschirrspüler hergestellt. Die Miele-Spitze bestätigte derweil den geplanten Jobabbau in den Werken Bielefeld und Gütersloh.

»Es gibt keine neuen Erkenntnisse«, sagte am Freitag Technik-Geschäftsführer Stefan Breit. Danach sollen im Werk Bielefeld bis 2021 rund 180 der 1900 Arbeitsplätze abgebaut werden – »ohne betriebsbedingte Kündigungen«, erneuerte Breit seine Aussage vom Februar. Etwa die Hälfte der jährlich zuletzt 900.000 Geschirrspüler wird im tschechischen Werk Uničov hergestellt.

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Wir setzen auf Ausgleichseffekte.

Stefan Breit

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Eine bisher nicht bekannte Zahl von Mitarbeitern im Werk Bielefeld könnte in anderen Bereichen eingesetzt werden – etwa in der Staubsauger-Produktion, die ebenfalls in Bielefeld angesiedelt ist, hieß es. Breit: »Wir setzen auf Ausgleichseffekte.« Gleichwohl geht der Leiter des Werkes Bielefeld, Michael Junker, davon aus, dass in einem Jahr die Zahl der Beschäftigten in Bielefeld »etwas geringer« als heute sein werde.

Und auch im Stammwerk Gütersloh mit seinen 2400 Arbeitsplätzen sollen weiterhin rund 500 Jobs bis 2025 wegfallen . Hier ist die Waschmaschinen-Produktion betroffen. Hintergrund: Miele will künftig seine preisgünstigeren Waschmaschinen im polnischen Ksawerów bauen. Das Werk ist derzeit im Bau. Ende 2019 soll es die Arbeit aufnehmen.

Geschirrspüler-Spart macht 13 Prozent vom Gesamtumsatz aus

Aktuell laufen in Bielefeld täglich rund 2500 Geschirrspüler vom Band. Etwa 13 Prozent des Gesamtumsatzes von zuletzt 4,1 Milliarden Euro entfallen auf die Geschirrspüler-Sparte. Der Geschäftsführende Gesellschafter Markus Miele sprach am Freitag mit Blick auf den 20-millionsten Geschirrspüler von einer »eindrucksvollen Erfolgsstory«, die vor 90 Jahren ihren Anfang nahm. 1929 habe Miele Europas ersten elektrischen Geschirrspüler präsentiert – ein runder Metallbottich mit einem Propeller. Allerdings sei er zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise »kein Renner« gewesen. Miele: »Das Gerät war recht teuer – und die wenigen, die es sich damals hätten leisten können, hatten zu Hause auch Bedienstete, die sich um den Haushalt kümmerten.«

Neuestes Gerät lässt sich per App steuern

1960 folgte der erste vollautomatische Geschirrspüler. In diesem Jahr begann Miele auch mit der Zählung. 1978 folgte der erste Spüler der Welt mit Mikrocomputer/Sensor-Elektronik. 1987 gab es die patentierte Besteckschublade als dritte Spülebene. 2001 wurden Wasserhärte und Verschmutzungsgrad sensorisch gemessen. Das neueste Gerät der Baureihe G7 lässt sich per App mobil steuern. Miele will den künftigen Besitzer des Jubiläumsgerätes nun per Online-Suche ermitteln. Alle sind gespannt, wie alt der Spüler wohl ist. Die älteste Waschmaschine soll 36 Jahre alt sein.

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