So., 26.05.2019

Gütersloh: Partei wächst durch Europawahl zur zweitstärksten politischen Kraft Die Grünen sind in Sektlaune

Die Grünen stoßen mit Ratsfrau Gitte Trostmann (links, aus Gütersloh), Kreisfraktionssprecherin Helga Lange (mit Brille, Halle), Kreissprecher Thorsten Schmolke (blaues Hemd) und Ratsfrau Birgit Niemann-Hollatz (Gütersloh, rechts) auf den Sieg an.

Die Grünen stoßen mit Ratsfrau Gitte Trostmann (links, aus Gütersloh), Kreisfraktionssprecherin Helga Lange (mit Brille, Halle), Kreissprecher Thorsten Schmolke (blaues Hemd) und Ratsfrau Birgit Niemann-Hollatz (Gütersloh, rechts) auf den Sieg an. Foto: Wolfgang Wotke

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Die Europawahl lässt die Grünen zur zweitstärksten politischen Kraft im Kreis Gütersloh wachsen, in Werther und Halle sogar zu stärksten. Die CDU verzeichnet zweistellige Verluste, behauptet aber ihre Spitzenposition. Die SPD rutscht auf den dritten Platz ab.

Trotz einer aussichtsreichen Listenplatzierung schafft es die aus Werther stammende Spitzenkandidatin der Union nicht ins Europäische Parlament. In der Wahllobby des Kreishauses Gütersloh wird Birgit Ernst mit Applaus, einem Blumenstrauß und vielen Umarmungen von ihren Mitstreitern empfangen. Ernst: »Gegen diesen Trend hatte ich keine Chance. Das wäre Elmar Brok am Sonntag genauso passiert.« In der Kreishaus-Runde gibt es niemanden, der ihr widerspricht.

Keinesfalls möchte CDU-Kreisvorsitzender Raphael Tigges dieses Ergebnis als Blaupause für die nächste Wahl verstehen, die Kommunalwahl im September 2020. Tigges: »Darin wird es um ganz andere Themen und Personen gehen. Stärker als in der Europawahl wird es dann um die Ausstrahlung unserer lokalen Kandidaten gehen.« Gleichwohl räumt Tigges ein, dass Klima und Umwelt bis dahin bestimmende Themen bleiben werden: »Selbstverständlich müssen unsere Kandidaten auch darauf Antworten geben können.«

Kein Menetekel

Von einem Menetekel für die Kommunalwahl möchte auch SPD-Kreisvorsitzender Thorsten Klute nicht sprechen: »So polarisierend wie in der Europawahl wird sich das Thema Klima und Umwelt auf lokaler Ebene nicht auswirken. Da wird es in jeder Kommune um andere, inhaltliche Schwerpunkte gehen.« Wie die eigenen Wahlkämpfer bis dahin wieder aufgerichtet werden können, hänge unter anderem von einer genauen Auswertung des jüngsten Wahlergebnisses in den kommenden Tagen ab. SPD-Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz muss angesichts der verheerenden Gewinn- und Verlust-Bilanz nicht mehr lange herumanalysieren: »In der Kommunalwahl 2020 geht es um die Existenz der SPD im Kreis Gütersloh. Darum, einen Untergang zu verhindern.« Am Dienstag möchte Klute die Presse über eine von ihm initiierte »Zukunftswerkstatt« informieren.

Vor einer ganz anderen Herausforderung stehen die Grünen im Kreis Gütersloh. »Wir können uns so langsam Gedanken um mögliche Bürgermeisterkandidaten in allen Kommunen des Kreises machen. In Werther wären wir ja schon heute die stärkste Ratsfraktion«, sagt Kreissprecher Thorsten Schmolke. Mit einem Glas Sekt stößt er darauf mit Birgit Niemann-Hollatz (Gütersloh) und Helga Lange (Halle) an: »Wir können nicht leugnen, dass so ein Ergebnis ein riesiger Spaß für uns alle ist.«

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