Di., 04.06.2019

Isselhorster Hahn gewinnt das Wettkrähen der Bergischen Rasse Kikeriki wird zur Melodie

Henne im Griff: Thomas Jürgensmann (links), 1. Vorsitzender des Ausrichters Isselhorst, mit NRW-Verbandschef Ulrich Krüger.

Henne im Griff: Thomas Jürgensmann (links), 1. Vorsitzender des Ausrichters Isselhorst, mit NRW-Verbandschef Ulrich Krüger.

Von Uwe Caspar

Gütersloh (WB). Wo sonst Hunde toben und bellen, erklingen diesmal ganz andere tierische Laute. Kikeriki! Erstmals ist der Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst Ausrichter eines Wettkrähens mit Bergischen Hähnen – eine Rasse, die dafür prädestiniert ist.

»Wir sind dem benachbarten Hundeverein dankbar, dass wir für die Veranstaltung sein Gelände nutzen dürfen«, sagt Thomas Jürgensmann, 1. Vorsitzender des Gastgebers. Nur einmal im Jahr, stets an wechselnden Orten, richtet die NRW-Vereinigung der Züchter Bergischer Hühnerrassen dieses ungewöhnliche Schnabel-Spektakel aus: 32 gefiederte Protagonisten krähen um die Wette.

Auf die Länge kommt es an

Das fast pausenlose Kikeriki das aus den Käfigen erschallt, mag so manchen Besucher auf Dauer nerven. Doch die Züchter können davon nicht genug hören. »Das Krähen der Hähne, die damit ihr Revier markieren, klingt für uns wie Musik«, schwärmt Ulrich Krüger (59), der 1. Vorsitzende des NRW-Verbandes. So gibt es auch für die gekrähte Melodie einen Bewertungspunkt, wobei es auf das Steigen und Fallen des Tones ankommt. Entscheidend ist aber die Ruflänge. Gegen ihre speziell gezüchteten Artgenossen aus Asien indes, die ihren Schnabel minutenlang aufhalten können, hätten die »Bergischen« keine Chance. Kosovo-Kräher, die in Isselhorst extra gewertet worden sind, verfügen ebenfalls über eine höhere Lungenkapazität.

Der Überraschungs-Champion

Immerhin auf 10,1 Sekunden kommt der Gockel von Leendert Develing (Mettmann) – kein anderer kräht länger. Dennoch geht der Sieg an den Lokalmatador: Hendrik Wulfhorst, sowohl Mitglied im Isselhorster als auch im Steinhagen-Ströhener Geflügelzucht-Klub, gewinnt knapp nach Punkten (27,28, Develing 27,16). Platz drei belegt Friedhelm Neuser aus Radevormwald. Gleich vier Hähne hat Hendrik Wulfhorst ins Rennen geschickt. »Heute hat ausgerechnet der Hahn gesiegt, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte«, streicht der 30-Jährige seinem Überraschungs-Champion anerkennend durch das Gefieder. Schon im Alter von elf Jahren zog Hendrik seine ersten Hühner auf.

Drei Hähne im Blick

Sein Vater Gerhard agiert beim munteren Wettkrähen als einer von zwölf Schiedsrichtern. Innerhalb eines Durchgangs, der eine halbe Stunde dauert, sollte der Hahn dreimal gekräht haben. Seine Zeit wird per Stoppuhr festgehalten. »Das ist nicht ganz einfach, weil jeder Referee drei Hähne im Auge behalten muss«, erläutert Henrik Wulfhorst, der auch am anschließenden Vereinswettkampf teilnimmt. Dabei geht es nur um die Anzahl der Krährufe innerhalb eines Zeitfensters. Manfred Hornbergs stolzer Vogel schafft das 42 Mal. »Isselhorst war ein glänzender Gastgeber«, lobt Ulrich Krüger abschließend. Darauf ein dreifaches Kikeriki.

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