Fr., 14.06.2019

Erster großer Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner-Raupen in Gütersloh – mit Video Haarige Gefahr für Mensch und Baum

»Da sitzt eins«, sagt Schädlingsbekämpfer Jörg Küpper (48) aus Rheda-Wiedenbrück und zeigt auf einen Eichenprozessionsspinner-Kokon am Stamm in etwa drei Metern Höhe. Nur im Vollschutz wagt er sich im Hubsteiger heran.

»Da sitzt eins«, sagt Schädlingsbekämpfer Jörg Küpper (48) aus Rheda-Wiedenbrück und zeigt auf einen Eichenprozessionsspinner-Kokon am Stamm in etwa drei Metern Höhe. Nur im Vollschutz wagt er sich im Hubsteiger heran. Foto: Carsten Borgmeier, dpa

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Er trägt einen weißen Ganzkörper-Schutzanzug, Handschuhe und Atemmaske. Nur so und mit leistungsfähigem Sauger ausgestattet, zieht Jörg Küpper (48) in den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner.

Am frühen Donnerstagmorgen um 5 Uhr ist der erste Einsatz im Gütersloher Stadtgebiet überhaupt gegen diese gefährliche Raupen-Art angelaufen: Nach Angaben von Beate Gahlmann (58) aus dem städtischen Fachbereich Umweltschutz sind bislang mindestens 20 junge Eichen an der Hans-Böckler-Straße von den Schädlingen befallen.

»Was den Eichenprozessionsspinner betrifft, waren wir bislang eine Insel der Glückseligen«, berichtet Gahlmann, »in den vergangenen Jahren war hauptsächlich das nahe Münsterland stark betroffen«, so die 58-Jährige. Um zu verhindern, dass sich die Raupen, die Bäume kahl fressen und bei Menschen Juckreiz, aber auch lebensbedrohliche, allergische Reaktionen auslösen können, weiter ausbreiten, war rasches Handeln angeraten.

Raupen fressen Eichen kahl

Über die städtische Homepage sei am vergangenen Freitag von Anwohnern der Hans-Böckler-Straße der erste Hinweis auf den Eichenprozessionsspinner eingegangen, berichtet Gahlmann, die daraufhin gleich am Pfingstmontag tätig wurde. Mit Amtshilfe der Feuerwehr habe sie versucht, die Anzahl der betroffenen Eichen zu ermitteln. »Die in einer Art Kokon geschützten Raupen befinden sich häufig im oberen Bereich des Baumstammes und in Astgabeln, außerdem tarnen sie sich gut.«

»Aufgrund des starken Raupen-Aufkommens im Münsterland haben wir nur mit Mühe und Not noch ein Schädlingsbekämpfer-Unternehmen finden können, das unseren Auftrag annehmen konnte«, sagt Beate Gahlmann.

Neugier kann schlimme Folgen haben

So versucht jetzt Jörg Küpper von der Harsewinkeler Firma Kottmeyer gemeinsam mit seiner Kollegin Margarita Vilgauk (22), den ungebeten Raupen an der Hans-Böckler-Straße den Garaus zu machen. Da sich die behaarten Tierchen, zukünftige Schmetterlinge, schon zu weit verpuppt haben, bleibt nur noch das Saugrohr als Gegenmittel. Im früheren Stadium wäre auch noch ein Besprühen der Kokons mit Pflanzenschutzmitteln möglich gewesen, erläutert Schädlingsbekämpfer Jörg Küpper.

Er rät dazu, Abstand zu den Nestern zu halten. Die Arbeiten sollen einige Tage dauern.

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