Fr., 14.06.2019

Doch einen hauptamtlichen Geschäftsführer wird Gütersloh nicht bezahlen Der Suppenküche wird geholfen

Die Arbeit von Bernd Mußenbrock und Inge Rehbein in der Gütersloher Suppenküche genießt hohe Ansehen in der Stadt.

Die Arbeit von Bernd Mußenbrock und Inge Rehbein in der Gütersloher Suppenküche genießt hohe Ansehen in der Stadt. Foto: Wolfgang Wotke

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Alle Mitglieder des Sozialausschusses sind empört über die Kritik an der Gütersloher Suppenküche und alle stimmen der daraus folgenden Konsequenz zu. Die Stadt wird also nicht die Kosten einer halben hauptamtlichen Geschäftsführungsstelle übernehmen sondern ergebnisoffen prüfen, wie der Suppenküche anders geholfen werden kann.

Christiane Ziegele (BfGT) nahm sich die von Sozialdezernent Henning Matthes ins Spiel gebrachte Argumentation vor, wonach die finanzielle Unterstützung der Suppenküche nur das falsch laufende Sozialhilfesystem zementiere: »Dann würden ja die 280 Euro, die demnächst an freiwillige Feuerwehrleute gezahlt werden sollen, einen falsch laufenden Brandschutz zementieren, der offenbar nicht ausreichend fest angestellte Feuerwehrkräfte vorhält.« Diese akademische »Soziologen-Logik« lehne die BfGT ab. Dennoch stimme sie dem Vorschlag des Sozialdezernenten zu, weil das bisherige, auf den Einsatz zweier Vorstandsmitglieder zugeschnittene Konzept der Suppenküche nicht mehr zu halten sei. In jedem neuen Konzept aber müssten Niederschwelligkeit und die persönliche Dauerpräsenz eines festen Ansprechpartners vor Ort erhalten bleiben.

Einbindung in Wohlfahrtsverband

Ingrid Hollenhorst (CDU) zeigte sich insbesondere von der herzlichen, empathischen Arbeit in der Kindersuppenküche angetan und regte an, ob die an Schulen und in Kita gewährten Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes nicht auch hier angerechnet werden können: »Die Atmosphäre am Mittagstisch hier ist ganz anders als in einer Schul-Mensa.« Ferner empfahl Hollenhorst die Prüfung, ob die auf 40 bis 50 Wochenstunde angeschwollene, ehrenamtliche Arbeit in der Suppenküche nicht in den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband eingebunden werden kann.

Christa Kockentiedt (SPD) stellte fest, dass die Schwachstellen von Hartz IV, Grundsicherung und Erwerbsminderungsrenten nicht im Sozialausschuss zu lösen seien. Die Suppenküche zeige, wie stark das Leben Gütersloh auf der Arbeit von Ehrenamtlichen beruhe. Ausschussvorsitzender Volker Richter (SPD) verwahrte sich gegen den Vorwurf, die Stadt schaffe mit ihrer Hilfe für die Suppenküche einen Präzedenzfall: »Dann wäre ja der Bau jedes Vereinsheimes, jeder Sporthalle oder Sportplatzes ein Präzedenzfall.«

Gitta Trost (Grüne) hofft, dass Ehrenamtskoordinatorin Elke Pauly-Teismann viele Unterstützungsmöglichkeiten in der Suppenküche aufspürt. Markus Kottmann (CDU) dankte den vielen Sponsoren der Suppenküche.

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