Sa., 06.07.2019

Kreisverwaltung veröffentlicht Ergebnisse zum Fischsterben »Lückenhafte Resultate«

Bis zum Wehr an der Brocker Mühle (Foto) erstreckte sich über acht Kilometer das Fischsterben in der Ems.

Bis zum Wehr an der Brocker Mühle (Foto) erstreckte sich über acht Kilometer das Fischsterben in der Ems. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Fischsterben durch akuten Sauerstoffmangel: Was längst bekannt war , soll jetzt nach Auskunft der Kreisverwaltung das abschließende Ergebnis der Untersuchungen des Landesamts für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (Lanuv) sein.

Eine genaue Ursache für den Sauerstoffmangel konnte demnach nicht ermittelt werden: »Die übrigen chemischen Analysen der Wasserproben ergaben keinen Hinweis auf anthropogene Substan­zen, die hierfür ursächlich sein könnten. Anthropogene Stoffe sind von Menschen gemachte Stoffe, die nicht natürlich in der Umwelt vorkommen«, heißt es in der Pressemitteilung des Kreises von Freitagabend.

Tote Fische nicht untersucht

Es hätten auch keine Auffälligkeiten der Betriebszustände der Klär-Anlage Rheda-Wiedenbrück nachgewiesen werden können, wenngleich Rückstellproben von dort für den Zeitpunkt des Fischsterbens (22. bis 23. Juni) »standart­mäßig nicht existierten«. Überdies bestehe nach Angaben des Lanuv die Möglichkeit derzeit nicht, die genommenen und eingefrorenen Fischproben auf Gifte hin zu untersuchen.

Der Rheda-Wiedenbrücker Ratsherr Dirk Kamin (75, FWG), ein langjähriger Sportangler, bezeichnet das vorliegende Ergebnis des Lanuv im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT als »lückenhaft und oberflächlich«: Wenn eine solche Behörde wie das Recklinghäuser Institut die toten Fische nicht auf Gifte hin untersuchen könne, müssten das eben andere Experten übernehmen. Es müsse die Ursache ermittelt werden, auch um in der Zukunft solche Vorfälle zu vermeiden.

Ratsherr sieht Ergebnisse kritisch

Kamin, seit 1973 Mitglied des Sportfischerei-Vereins Rheda-Gütersloh, hält es überdies für falsch, dass sich die Untersuchungen wohl hauptsächlich auf Wasserproben beschränkten. Als diese am Montagnachmittag, 24. Juni, genommen worden seien, seien die Gift- oder Schadstoffe in dem Fließgewässer doch schon längst fortgespült worden. Man hätte Sedimente im Untergrund sowie am Ufer der Ems beproben sollen.

Kamin: »Wenn mit den angewendeten Methoden nichts Auffälliges gefunden wurde, muss hinterfragt werden, wie man beim nächsten Fischsterben der Sache mit besseren, neueren Methoden auf den Grund gehen kann.« Das heiße auch, zu prüfen, ob die Art der Probe-Entnahme und Untersuchung umfassend genug seien.

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