Di., 09.07.2019

Gütersloh: Britische Reihenhäuser sollen so schnell wie möglich vermietet werden Bezahlbar, bewohnbar, ordentlich

Ein Teil der britischen Reihen- und Wohnhäuser, die jetzt im Besitz der Bima sind, soll so schnell wie möglich an Paare und Familien mit wenig Geld vermietet werden. Stadtbaurätin Nina Herrling hält die Gebäude für beziehbar.

Ein Teil der britischen Reihen- und Wohnhäuser, die jetzt im Besitz der Bima sind, soll so schnell wie möglich an Paare und Familien mit wenig Geld vermietet werden. Stadtbaurätin Nina Herrling hält die Gebäude für beziehbar. Foto: Carsten Borgmeier

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) will ihre gut 150 Reihenhäuser und Wohnungen in Gütersloh so schnell wie möglich zu niedrigen Preisen vermieten. Stadtbaurätin Nina Herrling bezeichnet die Immobilien an der Thomas-Mann-Straße für beziehbar.

Der energetische und allgemeine Zustand der Gebäude sei sicher nicht auf dem neuesten Stand, »aber erst einmal so akzeptabel.« Entgegen früherer Absichten wird die Bima einen Teil ihrer Gütersloher Immobilien selbst vermieten. Zielgruppe sind gering verdienende Paare und Familien, die dringend bezahlbaren Wohnraum benötigen.

Als einziger Abgeordneter vermag sich Peter Kalley (UWG) im Hauptausschuss nicht darüber zu freuen. Die Bima weise weder Erfahrungen als Vermieter großer Wohnbestände in Deutschland auf noch seien die 40, 50 Jahre alten Gebäude an der Thomas-Mann-Straße und in anderen Siedlungen in einen wirklich vermietbaren Zustand. Kalley: »Durch einen Abriss dieser Immobilien und einen Neubau von tatsächlich benötigten Wohnungsgrößen könnten weitaus mehr Menschen vom Potential an der Thomas-Mann-Straße profitieren.« Die Unterbringung in Häusern sei purer Luxus, der noch dazu zu Unfrieden führen werde, da die von der Stadt gewünschte soziale Durchmischung in diesen Immobilien nicht umzusetzen sei.

Hilfe aus der Wohnungsnot

Die von Ischo Can (CDU), Birgit Niemann-Hollatz (Grüne), Sylvia Moers (BfGT) und Almuth Wessel (Linke) vertretene Mehrheitsmeinung begrüßte statt dessen das neu erwachte Miet-Engagement der Bima. Dr. Thomas Krümpelmann (SPD): »Die ehemals britischen Wohnungen sind bezahlbar, bewohnbar und ordentlich. Sie können vielen Menschen schnell aus akuter Wohnungsnot helfen.« Fraktionskollege Thomas Ostermann mahnt an, keinesfalls die LEG Immobilien GmbH als Verwalter dieser Reihenhäuser und Wohnungen zu akzeptieren: »Wir wollen nicht wieder mit diesem Verwalter zu tun bekommen. Der Bima muss signalisiert werden, dass wir die LEG in Gütersloh ablehnen.« Stadtbaurätin Nina Herrling zweifelt jedoch an, darauf überhaupt Einfluss nehmen zu können.

Weitere 150 ehemalige britische Häuser – darunter die Siedlung an der Englischen Straße – möchte die Bima verkaufen. Die Stadt hat eine Erstzugriffsoption, doch Dr. Thomas Krümpelmann kritisiert die unnötige Verteuerung durch den Zwischenerwerb: »Dadurch werden alle Gebühren und Abgaben zweimal anfallen.« Besser sei es doch, der Bima die Namen jener Wohnentwickler mitzuteilen, an die diese Immobilien später weiterverkauft werden sollen. Vor diesem Weg warnt Ordnungsdezernentin Christine Lang: »Die Bima verkauft nur an den Höchstbietenden. Es kann passieren, dass wir jeden Einfluss auf die Quartierslenkung verlieren.«

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