Sa., 13.07.2019

Anne-Frank-Schule: Leiter Jörg Witteborg (65) verabschiedet Im Ruhestand über die Alpen

Im feierlichen Rahmen ist Jörg Witteborg (weißes Hemd) jetzt als Schulleiter verabschiedet worden. Über den Auftritt des Schulchores »Young Voices« unter Leitung von Felix Janßen-Müller (rechts) freut er sich besonders.

Im feierlichen Rahmen ist Jörg Witteborg (weißes Hemd) jetzt als Schulleiter verabschiedet worden. Über den Auftritt des Schulchores »Young Voices« unter Leitung von Felix Janßen-Müller (rechts) freut er sich besonders. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Teamplayer, Blitzableiter, Manager, Visionär, Reformer: Jörg Witteborg ist bei seinem Abschied als Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule (AFS) jetzt vielfältig charakterisiert worden. Im Ruhestand will der 65-jährige Pädagoge die Alpen erwandern.

So ein ehrgeiziges Vorhaben passt zu ihm, denn Witteborg hat in den vergangenen sieben Jahren an der Gütersloher Gesamtschule, bei der Stadt als Schulträger sowie bei der Bezirksregierung in Detmold als Aufsichtsbehörde, einen Eindruck als fitter, kritischer und jugendlich wirkender Macher hinterlassen. Dies wurde jetzt bei seinem Abschied in der Aula der Gesamtschule deutlich.

Kollegium, Bürgermeister Henning Schulz, Dezernentin Elke Schluckebier (Bezirksregierung) sowie Teile der Schülerschaft bescherten dem 65-Jährigen ein warmherziges Dienstende. So bescheinigte ihm sein bisheriger Stellvertreter und Nachfolger Jan Rüter (41), Witteborg habe mit seinen Impulsen die AFS fit für die Zukunft gemacht. Seinem ehemaligen Vorgesetzten und Handball-Fan schenkte Rüter eine Dauerkarte des TuS Spenge.

Dezernent Elke Schluckebier, die Witteborg per Urkunde förmlich in den Ruhestand versetzte, bezeichnete den scheidenden Schulleiter als »beharrlichen, charmanten und cleveren Strategen«.

Güterslohs Bürgermeister Henning Schulz (CDU) hob hervor, Witteborg wisse, »wie Schule geht«. Bewiesen habe er das, in dem er wertvolle Projekte an den Start gebracht habe, die nicht nur historisch, sondern auch auf die Gegenwart ausgerichtet waren.

Geprägt von der Reformpädagogik

Insgesamt blickt Witteborg, der in Halle lebt und in zweiter Ehe mit einer Lehrerin verheiratet ist, auf mehr als 40 Berufsjahre zurück. Dabei hat er überregional Spuren hinterlassen, Akzente gesetzt und nach dem Ideal gestrebt, das ihm der bekannte Bielefelder Reformpädagoge Hartmut von Hentig mit auf den Weg gegeben hatte: »Sachen klären, Menschen stärken.«

Nachfolger heißt Jan Rüter

Nach seinem Lehramtsstudium war er 1977 an einer Schule in Neuss tätig, danach folgte die für seinen Lebens- und Berufsweg sicherlich entscheidendste Zeit an der Laborschule, die von Hentig 1974 gegründet hatte und als Meilenstein der deutschen Reformpädagogik gilt. Als vor 30 Jahren im Kreis Herford die Gründungswelle der Gesamtschulen begann, verließ er die Versuchsschule, um zunächst in Rödinghausen die erste Gesamtschule am Ort zu gründen und 1999 in Minden ein neues Konzept zu realisieren.

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