Di., 30.07.2019

Gütersloh: Anwohner äußern sich zum vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 61 »Ausbau zieht Verkehr an«

Wen Jung Dombrowski (45) ist der Inhaber von »Haus Wang«, dem China-Restaurant direkt an der Bundesstraße 61 in Rheda-Wiedenbrück. Der Gastronom befürchtet, dass sein Unternehmen dem Ausbau weichen muss.

Wen Jung Dombrowski (45) ist der Inhaber von »Haus Wang«, dem China-Restaurant direkt an der Bundesstraße 61 in Rheda-Wiedenbrück. Der Gastronom befürchtet, dass sein Unternehmen dem Ausbau weichen muss. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Soll und darf zum vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 61 zwischen Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld-Ummeln die in vielen Jahrzehnten gewachsene, imposante Eichen-Allee abgeholzt werden? Anwohner und Pendler treibt nicht nur diese Frage um.

Der am Wochenende veröffentlichte WB-Bericht zu den Plänen des Bundesverkehrsministeriums , das Bauvorhaben mit einem Volumen von fast 40 Millionen Euro bis 2025 umzusetzen, hat viele Reaktionen hervorgerufen. Die meisten Stimmen raten davon ab, weiter Landschaften für den Straßenbau zu zerstören.

WB-Leser Christian Radtke meint: »Ich halte den Ausbau für völlig unnötig, fahre täglich morgens von Bielefeld nach Gütersloh, ohne besondere Staus, und wenn, kostet es mich vielleicht fünf Minuten. Gut wäre ein Ausbau des Radweges entlang der B 61.« Ein anderer Leser schreibt: »Ich sehe auch keine Veranlassung dazu. Seit ich in Gütersloh arbeite, fahre ich dort auch ab und zu lang. Natürlich hat man mal stockenden Verkehr, aber es ist bei weitem nicht so schlimm wie befürchtet.«

Berufspendler hoffen auf Ausbau

Gänzlich anderer Ansicht ist Carsten Baisero: »Ich glaube, dass fast alle Berufspendler, zu denen ich auch gehöre, drei Kreuze machen, wenn die Strecke zwischen Gütersloh und Bielefeld endlich ausgebaut wird. Da stellt sich nur die Frage über die beste Art und Weise. Soweit ich es in Erinnerung habe, gab es mal eine Planung, wonach der OWD parallel zur jetzigen B 61 bis zum Autobahn-Anschluss in Wiedenbrück weitergeführt werden sollte. Das scheint mir ein guter Denkansatz zu sein.«

Und wie sehen es Betroffene, die direkt an der B 61 leben? Auf dem Reiterhof Laukötter direkt an dem Abzweig nach Rheda äußern sich Bewohner zurückhaltend. »Erst wollen wir genau wissen, wie der Ausbau konkret aussieht. Doch bislang hat niemand Offizielles mit uns darüber gesprochen«, sagt der Seniorchef.

Vermessungstechniker waren schon da

In den zurückliegenden Jahren seien aber schon Vermessungstechniker vor Ort gewesen, so der Landwirt. Von denen will er erfahren haben, dass der Ausbau nicht über die Kreuzung B 61/Kornstraße hinausgehe. Schließlich müsste dann ja auch die Brücke der Autobahn 2 über die B 61 verbreitert werden. Das sei wohl zu aufwändig, vermutet er. Sein Schwiegersohn tendiert eher zum Erhalt der Allee, »aber der Verkehr bei uns vor der Tür ist zwischenzeitlich schon reichlich«, spricht er auf lästige Staus an.

Direkt gegenüber, auf dem früheren Hof Schalück, betreibt Wen Jung Dombrowski sein China-Restaurant »Haus Wang«. Der 45-Jährige ist wegen der Ausbau-Pläne verunsichert; er fürchtet um seine Existenz, sollte das »Haus Wang« der vierspurigen B 61 Platz machen müssen. »Wir haben von den Plänen bislang ausschließlich aus der Zeitung erfahren«, so der Gastronom.

Lebensgefahr an der Straße

Wenige hundert Meter Richtung Gütersloh äußert sich die Besitzerin des früheren Zollhäuschens: »Ich bin mir sicher: Breitere Straßen ziehen noch mehr Verkehr an.« Sollte der Ausbau kommen, »dann halten wir es hier gar nicht mehr aus. Es ist so schon lebensgefährlich an der Straße.«

Güterslohs Ratsherr Hans-Peter Rosenthal (Die Grünen) sagt: »Ein deutliches Nein zum Ausbau! Soll denn wirklich eine Allee gefällt werden? Wollen wir die gleiche Fläche wie jetzt noch mal versiegeln? In Wahrheit ermöglicht die jetzige B 61 bis auf Zeitspannen der Rush Hour einen flüssigen Verkehr.«

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