Mi., 31.07.2019

Gütersloh: Der Täter kommt nachts und sticht mehrfach auf eine 21-Jährige ein Messerangriff auf Prostituierte

In der ersten Etage des Gebäudes mit der Hausnummer 131 an der Friedrich-Ebert-Straße hat der Überfall und die Messerattacke auf die 21-jährige Frau stattgefunden.

In der ersten Etage des Gebäudes mit der Hausnummer 131 an der Friedrich-Ebert-Straße hat der Überfall und die Messerattacke auf die 21-jährige Frau stattgefunden. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Versuchter Mord in Gütersloh: Eine 21-jährige Prostituierte ist am Dienstagmorgen von einem Mann in einer Terminwohnung an der Friedrich-Ebert-Straße mit einem Messer attackiert und schwer verletzt worden. Der Täter ist flüchtig. Die Frau ist außer Lebensgefahr.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand soll ein bislang unbekannter Täter die Frau in dem Haus Nr. 131 (ehemals Diskothek »Music Temple«) überfallen haben. Er soll laut Staatsanwaltschaft auf sie eingestochen haben und dann über einen Hintereingang geflüchtet sein. Der herbeigerufene Rettungsdienst alarmierte umgehend die Polizei. Die Mordkommission Bielefeld unter Leitung des Kriminalhauptkommissars Bernd Kauschke hat die Ermittlungen aufgenommen.

Kontakt über das Handy

Rettungskräfte haben das blutende Opfer gegen 2.10 Uhr aus einer Wohnung im ersten Stock in ein Krankenhaus gebracht, in dem es ärztlich versorgt worden ist. Erst am Dienstag-Nachmittag, so der leitende Staatsanwalt Christopher York, habe die Frau vernommen werden können. Nähere Details zu diesem Verbrechen nennt er nicht, auch nicht, ob es sich dabei um einen Raub handelte oder ob der Täter vielleicht ein Freier gewesen ist. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTes werden zuerst die Mobilfunkdaten der 21-Jährigen ausgewertet. Denn: die meisten »Kunden« nehmen über eine Handynummer Kontakt zu den »Damen« auf, um sich dann für ein »Schäferstündchen« zu verabreden.

»Ich habe den Täter flüchten gesehen«, sagt eine Bekannte des Opfers, die ebenfalls ihre Dienste ein Stockwerk darüber anbietet. Sie sei sich sicher, dass es sich um einen dunkelhäutigen, großen Mann gehandelt habe. »Der ist rasend schnell aus dem Hintereingang getürmt. Sein Gesicht konnte ich jedoch nicht erkennen. Es war zu duster.« Sie habe danach auch ihren Chef verständigt. Von einem Streit zuvor habe sie nichts mitbekommen. »Ich habe mit der Frau kaum gesprochen.«

Anwohner haben sich schon beschwert

Neben vier anderen Prostituierten verschiedener Nationalitäten soll das 21-jährige Opfer unter dem Namen »Selin« auf einer OWL-Internetplattform ihre sexuellen Dienste unter Angabe ihrer Mobilfunknummer und der Adresse des heruntergekommenen Gebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße angeboten haben. Sie soll aus der Türkei stammen. Zu den Terminwohnungen gelangt man nur über zwei Hintereingänge, die kaum gesichert sind. An den Türen zu den »Etablissements« kleben Fotos der Frauen in allen Posen. Die Wände im Flur sind mit etlichen Sprüchen und Namen bekritzelt. Es ist schmutzig. Das alles sieht nicht einladend aus.

In den vergangenen Jahren haben sich bereits einige Anwohner über den Bordellbetrieb in diesem Haus bei der Stadtverwaltung Gütersloh beklagt. Der Betreiber eines Lebensmittelmarktes aus Gütersloh konnte das Gebäude in einer Zwangsversteigerung erwerben. Die Immobilie stammt aus dem Besitz des ehemaligen Rechtsanwaltes und Sozialbetreuers Olaf O., der 2006 wegen Untreue in 45 besonders schweren Fällen verurteilt worden war und eine fünfeinhalbjährige Haftstrafe verbüßt hat.

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