Do., 01.08.2019

Gütersloh: Nach Überfall auf Prostituierte hat Polizei mehrere Verdächtige im Fokus Täter ist noch immer auf der Flucht

Für seinen Bordellbetrieb an der Friedrich-Ebert-Straße 131 hat der Inhaber eine Genehmigung beim Kreis Gütersloh beantragt.

Für seinen Bordellbetrieb an der Friedrich-Ebert-Straße 131 hat der Inhaber eine Genehmigung beim Kreis Gütersloh beantragt. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Nach der Messerattacke auf eine 21-jährige Prostituierte in Gütersloh fehlt vom Täter noch jede Spur. Dass es sich dabei, wie in dieser Zeitung exklusiv berichtet, um einen »dunkelhäutigen Mann« handelt, der flüchtig ist, hat der Bielefelder Staatsanwalt Christopher York jetzt bestätigt. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Und so soll sich der Überfall abgespielt haben: Der unbekannte Mann, der wohl ein potenzieller Freier war, soll am Dienstagmorgen zwischen ein und zwei Uhr bei seinem Opfer an der Friedrich-Ebert-Straße geklingelt haben. Die Frau, die dort eine so genannte »Terminwohnung« angemietet hat, habe die Tür geöffnet. Kurz danach soll es zu einem heftigen Zwist gekommen sein. Dann soll der Täter zugestochen haben und über den Hintereingang geflüchtet sein. Die 21-Jährige habe in ihrer Vernehmung erklärt, den Mann nicht gekannt zu haben.

Weitere Details will die Polizei noch nicht bekannt geben. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTes sollen die Fahnder bereits mehrere Personen im Fokus haben, die nun genauestens überprüft werden.

»Selin«, so hat sich die 21-jährige Frau auf Internetplattformen genannt. Sie arbeitet als »Terminfrau«, annonciert im Internet und in Zeitungen.

Angst vor unkalkulierbarem Freier

Der Ablauf ihrer Geschäfte ist immer gleich: Männer rufen an, Selin wirbt mit »himmlischen Diensten«, sie vereinbaren einen Termin. Einige Frauen an der Friedrich-Ebert-Straße arbeiten auf eigene Rechnung und bestimmen selbst, wen man bedient und wie. Andere teilen sich die Einnahmen mit einem »Beschützer«, dem Zuhälter.

Die Angst vor einem unkalkulierbaren Freier gehört zum Arbeitsalltag in der Termin-Prostitution. Die junge Frau liegt noch im Krankenhaus, ist inzwischen jedoch von der Polizei vernommen worden.

Die »Prostitutionsstätte« – unter diesem Begriff wird das Bordell bei Behörden geführt – im Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße ist dem Kreis bekannt. »Der Pächter hat einen Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis gestellt«, sagt Jan Focken, Pressesprecher der Kreisverwaltung auf Anfrage. Das Verfahren stehe kurz vor der Erlaubniserteilung. Offiziell gebe es hier im Kreis vier Bordelle, 13 Wohnungsprostitutionsstätten und einen Escort-Service. Wie hoch die Zahl der illegalen Anbieterinnen sei, wisse man nicht.

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