Sa., 03.08.2019

Gütersloher (35) raste in A2-Baustelle ungebremst in Seat von Sänger Saban Saulic Mutmaßlicher Todesfahrer angeklagt

Im Seat saß der serbische Popstar.

Im Seat saß der serbische Popstar. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Der Gütersloher, der den Unfalltod des serbischen Popstars Saban Saulic Anfang des Jahres auf der Autobahn 2 verursacht haben soll, muss sich bald vor Gericht verantworten. Staatsanwalt Christoph Mackel hat den 35-Jährigen jetzt vor dem Amtsgericht Gütersloh angeklagt.

Fahrlässige Tötung in zwei Fällen, fahrlässige Körperverletzung in einem Fall, Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahren ohne Fahrerlaubnis: Diese Delikte wirft Mackel dem Beschuldigten vor, der am Morgen des Sonntags, 17. Februar, stark betrunken und unter Drogen auf einen vor ihm im Stau stehenden Seat aufgefahren sei.

»Das Unfall-Gutachten hat ergeben, dass der Gütersloher in dem Baustellenbereich mit etwa 160 Stundenkilometern doppelt so schnell wie erlaubt unterwegs war«, sagte Mackel am Freitag auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage.

Ungebremst aufgefahren

In dem Seat hatten drei Personen gesessen: Der in Serbien populäre Volkssänger Saban Saulic (damals 67) und s ein Keyboarder (damals 43) sollten an jenem Morgen nach einem Auftritt in Bielefeld von einem Bekannten zum Flughafen nach Dortmund gebracht werden, von wo aus sie nach Belgrad fliegen wollten.

Wie der Staatsanwalt aus dem Gutachten weiter berichtete, sei der Beschuldigte mit der stark überhöhten Geschwindigkeit ungebremst auf den Seat aufgefahren. Dieser sei dabei nach vorn katapultiert worden und habe sich um 180 Grad gedreht. Die Insassen hatten zunächst noch das am Heck völlig zerstörte Auto aus eigener Kraft verlassen können, doch starben Saulic und der Keyboarder wenig später im Krankenhaus an ihren inneren Verletzungen, sie verbluteten. Der dritte Mann überlebte.

Regelmäßig bei Polizei melden

Der mutmaßliche Todesfahrer kam daraufhin drei Monate in Untersuchungshaft, weil er keinen festen Wohnsitz nennen konnte. Als sich das änderte, kam der Deutsche im Mai frei. »Seither muss er sich aber regelmäßig bei der Polizei melden«, sagte Staatsanwalt Mackel.

Der Tod der beiden Musiker hatte viele Menschen in Serbien getroffen . Präsident Aleksandar Vucic kondolierte der Familie Saulic, und Außen­minister Ivica Dacic sprach ihr »als Freund und großer Verehrer« sein Beileid aus.

Ein Termin zur Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

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