Do., 15.08.2019

Wärme und Algenblüte färben den Stadtpark-Teich tiefgrün ein Drohen bald Bußgelder?

Eine bestimmte Algenart blüht derzeit im Stadtpark-Teich und hat das Gewässer deshalb grün eingefärbt. Dass die Algen dort so wuchern, liegt hauptsächlich an dem hohen Nährstoff-Eintrag durch die Exkremente zu vieler Wasservögel.

Eine bestimmte Algenart blüht derzeit im Stadtpark-Teich und hat das Gewässer deshalb grün eingefärbt. Dass die Algen dort so wuchern, liegt hauptsächlich an dem hohen Nährstoff-Eintrag durch die Exkremente zu vieler Wasservögel. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). In einem intensiven Grün präsentiert sich seit wenigen Tagen das Wasser des Stadtpark-Teichs. Spaziergänger machen sich deshalb schon Sorgen. Was dort passiert ist, erklärt Expertin Daniela Toman (48).

Ursache für den ungewöhnlichen Anblick ist nach Angaben der Mitarbeiterin des städtischen Fachbereichs Grünflächen die Blüte einer ihr zurzeit noch unbekannten Algenart. Die habe sich wohl aus drei Gründen in dem Teich sehr massiv ausdehnen können. Die Wurzel des Übels ist nach Auskunft der 48-Jährigen das Füttern des Wassergeflügels durch Besucher des Stadtparks.

Daniela Toman (48) zeigt auf die große Schautafel, die am Ufer des Stadtpark-Teichs aufgestellt ist. Foto: Carsten Borgmeier

»Das hat eine Überpopulation beispielsweise der Enten zur Folge«, erläutert die Ingenieurin für Landschaftsarchitektur. »Und wenn sie nicht mit Brot oder Pizza-Resten gefüttert werden, dann gründeln die Tiere im Teich«, so Toman. Heißt, sie fressen die Unterwasserpflanzen ab, die wiederum das Algenwachstum hemmen würden. Zu guter Letzt habe auch die Hitze in den vergangenen Wochen dazu beigetragen, dass sich die Algen so drastisch vermehren konnten, führt Toman weiter aus.

Die Expertin hofft, dass die Gäste des Stadtpark-Teichs irgendwann ein Einsehen haben und das Wassergeflügel nicht mehr füttern. Zwei große Schilder seien deshalb extra am Ufer aufgestellt worden, die die Situation erklären, auch in Bildern.

Ursache der Situation ist das Füttern der Wildvögel

»Denn bei diesen Tieren handelt es sich um Wildvögel, die nicht von uns Menschen versorgt werden müssen«, so Toman. »Es ist ja in den allermeisten Fällen gut gemeint, aber es schadet den Tieren und dem Gewässer«, betont die 48-Jährige. Nicht nur, dass altes Brot ohnehin zu salzig und zu energiereich für das Geflügel sei. »Durch das ständige Füttern siedeln sich immer mehr Wasservögel an, die durch ihre Exkremente die Zufuhr von Pflanzennährstoffen stark im Wasser erhöhen.« Als Folge sei jetzt das massive Algen-Vorkommen zu sehen, so Toman. Dennoch sei der Teich nicht »umgekippt«, wie es umgangssprachlich heiße. Durch den Zu- und Abfluss über die Dalke komme ausreichend Frischwasser hinein. Wie sich die Lage entwickele, konnte sie allerdings nicht abschätzen.

In Bielefeld hat Aufklärung nicht gereicht

In Bielefeld hat das Entenfüttern dazu geführt, dass es unter Androhung eines Bußgeldes verboten wurde. Eine entsprechende Ordnungsbehördliche Verordnung sei in der Leineweberstadt im April 2017 erlassen worden, sagte ein Sprecher auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage. Parallel laufe eine Initiative aus Ehrenamtlichen dort Streife, um Spaziergänger aufzuklären.

Auch in Gütersloh setzt die Verwaltung nach Angaben von Daniela Toman (noch) auf Aufklärung. Den Teich werde man ständig im Blick haben, so Toman.

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