Fr., 16.08.2019

Pro Jahr werden bis zu 60 Verwarngelder verhängt Stadt rüstet sich im Kampf gegen Kippen

Ruzdi Lumanoski (48) geht in der Innenstadt mit dem Sauger Glutton-Electric gegen Kippen vor.

Ruzdi Lumanoski (48) geht in der Innenstadt mit dem Sauger Glutton-Electric gegen Kippen vor. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Achtlos weggeworfene Zigarettenkippen gehören mit zu den größten Abfallproblemen in deutschen Städten. Auch in Gütersloh haben deshalb die Fachbereiche Ordnung und Stadtreinigung aufgerüstet, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Gefahr für das Grundwasser

Die auf dem Boden liegenden Kippen verschandeln nicht nur öffentliche Plätze, sie stellen aufgrund ihrer giftigen Inhaltsstoffe auch eine Gefahr für das Grundwasser dar. So kann einer aktuellen Studie zufolge eine einzelne Zigarettenkippe bis zu 60 Liter Wasser verseuchen.

Bußgeldkatalog novelliert

Vor diesem Hintergrund hat die NRW-Landesregierung im April 2019 ihren Bußgeldkatalog in der Kategorie Abfall novelliert. Die Ordnungsämter der Kommunen sind seither berechtigt, das Wegwerfen einer Kippe mit bis zu 100 Euro zu ahnden.

Anzahl der Bußgelder gestiegen

In Gütersloh kommt es nach Auskunft von Sprecherin Annette Blumenstein im Jahr etwa 50 bis 60 Mal vor, dass ein solcher Müllsünder auf frischer Tat ertappt wird. Es werde dann ein Verwarngeld von 35 Euro fällig, berichtet Blumenstein. »Die Zahl der ausgesprochenen Verwarngelder ist deutlich gestiegen, seit im Rahmen der im August 2018 zwischen Stadt und Polizei in Kraft getretenen Ordnungspartnerschaft von montags bis freitags Ordnungsamtsmitarbeiter im Innenstadtbereich zwischen Bahnhof und Theater, Rathaus und Weberei unterwegs sind.«

Kampf gegen die Kippenflut

Der Gütersloher Fachbereich Stadtreinigung ist im Kampf gegen die Kippenflut 2017 mit modernem Gerät ausgestattet worden: So ist zum Beispiel Mitarbeiter Ruzdi Lumanoski (48) zwei Mal täglich mit dem speziellen Sauger vom Typ Glutton-Electric (Preis: 15.600 Euro) in der Fußgängerzone unterwegs, um den Kippen in den Pflasterfugen den Garaus zu machen. Die elektrisch angetriebene Maschine aus Belgien ist mit Warn-Blinklicht, Feuerlöscher, Rückwärtsgang mit Piepton ausgestattet, verfügt über eine Saugleistung von 4,5 bar.

Aufgesaugte Kippen landen in 240-Liter-Mülltonne

»Das ist ein Top-Gerät, es macht Spaß, damit zu arbeiten«, sagt Lumanoski, der seit 23 Jahren bei der Stadtreinigung tätig ist. Die aufgesaugten Kippen landen dabei in einer 240 Liter fassenden Mülltonne; pro Woche füllen sich nach Auskunft des gebürtigen Montenegriners zwei solcher Tonnen – als fast 500 Liter – mit hauptsächlich weggeworfenen Kippen. »Am schlimmsten ist es auf dem Bahnhofsvorplatz«, berichtet Lumanoski.

Weltweit sollen einer neueren Studie zufolge jährlich 4,3 Billionen Kippen anfallen.

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