Fr., 16.08.2019

Königstraße 6: Schadensgutachten der Familie Gellermann soll gelten Kirchengemeinde lenkt ein

Das Gerüst ist weg: Vom 26. bis 28. August soll das Gemeindebüro am Berliner Platz in den Neubau (Mitte) einziehen. An den Fenstern finden sich in Versalien Zitate aus der Bibel. Wie das Erdgeschoss genutzt wird, ist nach dem Absprung von Gastronom Peter Bunnemann noch unklar. Am Gebäude der Familie Gellermann (links) sind die Fassadenrisse zu erkennen.

Das Gerüst ist weg: Vom 26. bis 28. August soll das Gemeindebüro am Berliner Platz in den Neubau (Mitte) einziehen. An den Fenstern finden sich in Versalien Zitate aus der Bibel. Wie das Erdgeschoss genutzt wird, ist nach dem Absprung von Gastronom Peter Bunnemann noch unklar. Am Gebäude der Familie Gellermann (links) sind die Fassadenrisse zu erkennen. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Wenige Tage vor dem Einzug in den Neubau an der Königstraße 6 gibt die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh ihr Einlenken bekannt: Sie akzeptiere das Schadensgutachten, das die benachbarte Familie Gellermann wegen massiver Risse in ihrem Haus in Auftrag gegeben hatte.

Damit soll nach Monaten ein Problem gelöst sein, das die gesamte Bauphase am Berliner Platz überschattete. Brigitte Gellermann indes zeigte sich auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage am Donnerstagnachmittag nicht recht zufrieden mit dem Ergebnis.

Zwei Gutachter nahmen Schäden in Augenschein

In einer Pressemitteilung der Evangelischen Kirchengemeinde von Donnerstagmorgen schreibt Stephanie Deppe als Öffentlichkeitsreferentin: »An einer zügigen Regulierung der Schäden am Nachbargebäude der Familie Gellermann, die während der ersten Bauphase entstanden sind, ist der Kirchengemeinde sehr gelegen. Neben den bereits ausgeführten Abdichtungsmaßnahmen im Kellerbereich und der erfolgten Sicherung des Gebäudes erkennt die Kirchengemeinde das von Familie Gellermann in Auftrag gegebene Schadensgutachten an.«

Deppe ergänzt: »Nach Übermittlung der angefragten Informationen zur Begleichung der gutachterlich festgestellten Summe wird die Kirchengemeinde umgehend alles Nötige in die Wege leiten.« Zur Höhe der Schadenssumme gab es von Seiten der Kirchengemeinde keine Auskunft. »Dazu wollen wir uns öffentlich nicht äußern«, sagte Kirchmeister Friedhelm Reichert auf Anfrage dieser Zeitung.

Die Schäden am Haus von Brigitte und Mareike Gellermann, die das Spielwarengeschäft Witthoff an der Königstraße 8 führen, waren demnach eine Folge des Abbruchs der alten Immobilie nebenan, die mehr als 50 Jahre die Fisch-Gaststätte »Nordsee« beherbergte. Nicht nur die Fassade der Gellermann-Immobilie weist seither Zentimeter breite Risse auf, auch die Kellersohle brach, so dass Grundwasser einsickerte und Schäden auch an Lagerbeständen des Geschäfts verursachte.

Regenwasser kommt durchs Dach

Nachdem die Risse fachmännisch mit Kunstharz ausgespritzt und abgedichtet worden waren, hätte die Angelegenheit für die Architektin der Evangelischen Kirchengemeinde, Birgit Melisch, schon erledigt sein sollen. »Doch es trat und tritt immer noch Wasser ein, auch das Dach ist undicht«, so Brigitte Gellermann am Donnerstag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Ihren Angaben zufolge ermittelte ihr beauftragter Gutachter eine Schadenshöhe von 28.000 Euro, der Gutachter der Kirchengemeinde sei auf 18.000 Euro gekommen. Brigitte Gellermann ist nicht sicher, ob selbst mit dem höheren Betrag die Schäden an ihrem Haus reguliert werden können.

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