Sa., 17.08.2019

Hohe Belastung: Spexarder gründen Bürgerinitiative und sehen Stadt in der Pflicht Angst vor dem Verkehrsinfarkt

Blicken sorgenvoll auf die Verkehrssituation an der Bruder-Konrad-Straße (von links): Friedhelm Stickling, Jana (10), Friedhelm Stüker, Axel Masjosthusmann, Ulla Eickhoff, Rieke (9), Klaus-Peter Barkusky und Claudia Hemken.

Blicken sorgenvoll auf die Verkehrssituation an der Bruder-Konrad-Straße (von links): Friedhelm Stickling, Jana (10), Friedhelm Stüker, Axel Masjosthusmann, Ulla Eickhoff, Rieke (9), Klaus-Peter Barkusky und Claudia Hemken. Foto: Michael Delker

Von Michael Delker

Gütersloh (WB). Pünktlich zum Start der Bauarbeiten auf der Verler Straße formiert sich in Spexard Widerstand gegen die hohe Verkehrsbelastung im Ortsteil. Am Donnerstagabend ist eine Bürgerinitiative gegründet worden, die sich ein klares Ziel gesetzt hat: »Wir wollen den Verkehrsinfarkt in Spexard verhindern.«

Beim Ortstermin an der Ecke Bruder-Konrad-Straße/Verler Straße vertreten Axel Masjosthusmann, Ulla Eickhoff, Claudia Hemken, Friedhelm Stüker, Klaus-Peter Barkusky und Friedhelm Stickling die neu gegründete Bürgerinitiative. Ihre sorgenvollen Blicke richten sich weniger auf die Großbaustelle an der Verler Straße als auf den mittlerweile geschlossenen Spexarder Krug. »Als dort die Bauzäune aufgestellt wurden, war das für uns die Initialzündung«, sagt Axel Masjosthusmann.

Es gilt als ausgemacht, dass die Firma Schenke derzeit einen ­neuen Anlauf unternimmt, um auf dem Gelände einen Supermarkt zu errichten. Öffentlich geäußert hat sich Reiner Schenke zu diesem Projekt bislang nicht. Dafür präsentierte Stadtplanerin Inga Linzel in der jüngsten Planungsausschuss-Sitzung eine Verkehrsplanung für eine »aufgefächerte« Bruder-Konrad-Straße – mit weiteren Abbiegespuren zum möglichen Supermarkt-Gelände und zur Verler Straße hin. Nach Angaben von Stadtbaurätin Nina Herrling war die Planung nicht von der Stadt, sondern von Schenke in Auftrag gegeben worden.

»An diese Stelle gehört ein Supermarkt einfach nicht hin«

»Wir haben nichts gegen einen weiteren Supermarkt in Spexard und auch nichts gegen einzelne Personen. Jedoch gehört an diese Stelle ein Supermarkt einfach nicht hin«, meint Ulla Eickhoff und verweist auf lange Rückstaus, die sich bereits heute bilden würden – zum Teil bis zu ihrem mehrere hundert Meter weiter entfernt liegenden Blumengeschäft. »Wenn dann noch die Bahnlinie reaktiviert wird, bricht hier endgültig das Chaos aus«, glaubt Klaus-Peter Barkusky.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative haben nachgezählt. Die Strecke zwischen Kreuzung Verler Straße und Bahnlinie ist etwa 150 Meter lang. Wenn die Ampel Rotlicht zeigt, ist Platz für elf Autos. »Wie soll die Straße hier noch den an- und abfahrenden Verkehr eines Supermarktes aufnehmen können?«, fragt Axel Masjosthusmann.

Der mögliche Supermarkt ist nicht das einzige Thema, das die Bürgerinitiative in den nächsten Monaten mit den Gütersloher Ratsfraktionen erörtern möchte. Befürchtet wird zudem eine zunehmende Verkehrsbelastung durch das Gewerbegebiet am Hüttenbrink, den Bau eines Bürgerschutzzentrums an der A2 und die derzeit diskutierten Planungen für das Kasernengelände an der Verler Straße. »All diese Maßnahmen beschneiden unsere Lebensqualität. Wir fühlen uns von der Stadt Gütersloh nicht gut vertreten. Wir wünschen uns, dass die Stadt auch mal etwas für uns tut«, kritisiert Ulla Eickhoff.

»Wo sind die Grünzüge, die uns in Aussicht gestellt wurden?«

Ihr Mitstreiter Axel Masjosthusmann verweist in diesem Zusammenhang auf den Rahmenplan 2010, der vom damaligen Stadtplaner Michael Zirbel präsentiert worden sei. »Wo sind die Grünzüge, wo sind die radfahrerfreundlichen Straßen, die uns damals in Aussicht gestellt wurden? Die einzigen Projekte, die verwirklicht wurden, sind der Kreisel Neuenkirchener Straße/Bruder-Konrad-Straße und das Gewerbegebiet am Hüttenbrink.«

Man müsse sich nur die Verkehrssituation in der Straße In der Worth anschauen, ergänzt Claudia Hemken. »Eltern haben extreme Sorgen, Kinder dort auf die Straße zu lassen, weil hier viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind und es bei Begegnungsverkehr oft heikel wird.«

Gefordert werden von der Bürgerinitiative Kompensationen von der Stadt - wegen des Flächenverbrauchs und der überdurchschnittlichen Verkehrsbelastung in Spexard.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6853875?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F