Mo., 19.08.2019

Reggae Summer: 1500 Besucher trotz Regens – Festival dauert halbe Stunde länger Jamaika-Power im Parkbad

Erst einmal stärken, bevor es auf die Bühne geht: Die Fyah-Nation-Band aus Rotterdam mit ihrem 62-jährigen Sänger David Star (Dritter von links) lässt sich die Pommes schmecken. Einer ihrer Fans ist auch die am Tisch sitzende Petra aus Gütersloh.

Erst einmal stärken, bevor es auf die Bühne geht: Die Fyah-Nation-Band aus Rotterdam mit ihrem 62-jährigen Sänger David Star (Dritter von links) lässt sich die Pommes schmecken. Einer ihrer Fans ist auch die am Tisch sitzende Petra aus Gütersloh. Foto: Uwe Caspar

Von Uwe Caspar

Gütersloh (WB). Für echte Reggae-Fans ist kein Weg zu weit: Olaf Schmal (52) und seine Frau Zerin (48) sind aus dem rund 150 Kilometer entfernten Goch am Niederrhein angereist, um erstmals die Atmosphäre beim 9. Reggae Summer Splash im Gütersloher Parkbad zu genießen.

»Wir sind zwar spät gekommen, aber immer noch früh genug«, stellt Olaf Schmal schmunzelnd fest. Denn als sich das erwartungsfrohe Ehepaar auf der Wiese vor der Bühne niederlässt, ist die erste Band, die auftreten soll, noch beim Soundcheck.

Die Schmals, die unter anderem für Dennis Brown, Bob Marley und Alpha Blondy schwärmen, und im Sommer von einem Festival zum anderen ziehen, haben sofort neue Freunde gefunden: Gemeinsam mit dem Gütersloher Paar Reiner Hillgruber (»Ich bin mehr Fußballfan, komme gerade von der Bielefelder Alm«) und seiner Frau Iris (»Ich liebe Reggae«) freuen sich auf die bevorstehenden Auftritte von Dotta Coppa, Jah Bouks, der Boom Rush Band und der Fyah Nation Band aus Rotterdam.

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Ich bin mit Bob Marley groß geworden.

Petra Boge

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Rund 100 Meter weiter haben es sich Petra Boge (61), ihre Schwester Daggi (57) und Enkelin Sophie (21) gemütlich gemacht. Die beiden älteren Damen haben ihre eigenen Klappstühle mitgebracht. »Ich bin mit Bob Marley groß geworden«, erzählt Petra. Für sie sei Reggae mehr als Musik: »Nämlich großes Gefühl!« Petra und ihre begleitenden Verwandten können ihren Hunger mit einer Spezialität aus Jamaika stillen: An zwei Ständen werden »Jerk Chickens« angeboten, besonders gewürzte Hähnchenschenkel. Die bietet auch Witty »Colonel« Jamaican (62) an, der erstmals im Parkbad mit seinem Sohn Nicky (29) und Helfer Patrick (55) die insgesamt 80 Hähnchen brutzelt. Im Gegensatz zu den gebräuchlichen offenen Grills werden »Jerks« in geschlossenen zubereitet. »So werden sie geräuchert und schmecken noch leckerer«, erklärt Jamaican senior.

800 Besucher trotzen am Abend dem Regen

Dann blickt er etwas besorgt zum bewölkten Himmel. Doch erst gegen 20 Uhr setzt der Regen ein, worunter die prima Stimmung jedoch nicht leidet. »Trotz des schlechter werdenden Wetters standen noch 800 Leute vor der Bühne, an die wir Regen-Capes in den Nationfarbenen von Jamaika verteilt haben«, berichtet Veranstalter Michael »Micky« Grohe. Nach seiner Einschätzung hätte die neunte Auflage rund 1500 Besucher angelockt. Grohe: »Zwar weniger als im Vorjahr bei allerdings damals Superwetter – wir sind trotzdem zufrieden.«

Anwohner-Beschwerde? Der letze Akkord erklingt erst um 22 Uhr

Am Ende sind auch die Fans zufrieden, wenngleich es anfangs Probleme mit der Verstärkeranlage gibt.  Weil sich zudem eine Band verspätet, dauert das Konzert eine halbe Stunde länger als geplant. Der letze Akkord hätte laut Ordnungsamt um 21.30 Uhr und nicht um 22 Uhr erklingen müssen. Laut Facebook-Mitteilung des am Samstag auch anwesenden Wapelbad-Betreibers Matthias Markstedt hätte sich ein Anwohner beschwert und die Polizei gerufen. »Davon ist mir nichts bekannt. Nur der Krankenwagen kam einmal, weil ein Besucher umgeknickt war und nicht mehr gehen konnte« versichert der bald ausscheidende Parkbad-Pächter Franz-Josef Füchtenschnieder.

Der 60-Jährige kann indes eine Anzeige wegen Lärmbelästigung, es wäre nicht die erste hier, nicht gänzlich ausschließen. Egal: Der schmeichelnde Matthias Markstedt zollt Füchtenschnieder jedenfalls »meinen Respekt!« Bekanntlich sind der Wapelbad-Boss und sein Förderverein nicht abgeneigt, sich auch für das Parkbad zu engagieren. »Ich glaube aber, dass das für Matthias zu viel wäre«, meint Füchtenschnieder.

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