Hausgerätehersteller wächst bei Umsatz und Personal nur noch leicht
Miele müht sich zu Rekorden

Gütersloh (WB). Trotz konjunkturellen Abschwungs und eines verschärften Wettbewerbs hat der Hausgerätehersteller Miele im Geschäftsjahr 2018/19 (30. Juni) neue Bestmarken bei Umsatz und Beschäftigung erreicht. Die Zuwächse fielen beim Gütersloher Unternehmen aber so gering aus wie seit zehn Jahren nicht.

Mittwoch, 28.08.2019, 06:55 Uhr aktualisiert: 28.08.2019, 06:58 Uhr
Das Geschäft mit Waschmaschinen entwickelte sich für Miele rückläufig. In Polen sollen künftig günstigere Einstiegsgeräte produziert werden. Foto:
Das Geschäft mit Waschmaschinen entwickelte sich für Miele rückläufig. In Polen sollen künftig günstigere Einstiegsgeräte produziert werden.

Miele verkaufte mit jeweils rund 860.000 Geräten zwar etwas weniger Waschmaschinen und Geschirrspüler als im Vorjahr und musste bei Staubsaugern erneut einen Absatzrückgang um rund zehn Prozent auf 2,1 Millionen Geräte hinnehmen. Der Umsatz stieg aber dennoch zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro. Das Plus war vor allem der erstmaligen Einbeziehung der koreanischen Tochter Yujin Robot zu verdanken. Ohne diese wuchsen die Erlöse im 120. Jahr des Bestehens nur um 0,2 Prozent. Und das auch nur, weil das Geschäft mit gewerblichen Kunden – die Professional-Sparte inklusive der Medizintochter Steelco – ein Umsatzplus von 5,2 Prozent auf 621 Millionen Euro verzeichnete.

»Triflex H1« soll im September Weltpremiere feiern

Angesichts des schwierigen Marktumfelds bewertete die Geschäftsleitung die Zahlen aber als »positives und vielversprechendes Signal«. Zugleich gab sie für die nächsten Jahre das Ziel aus, »wieder stärker zu wachsen«. Das gelte für alle Produktbereiche. Dazu soll vor allem der erste Akku-Handstaubsauger von Miele beitragen. Der »Triflex H1«, der im Bielefelder Werk produziert wird, soll im September bei der Messe Ifa Weltpremiere feiern und noch im Herbst in den Handel kommen. Zudem soll die im Frühjahr vorgestellte Kücheneinbaugeräte-Generation 7000 einen Schub bringen. Sie steht für ein Umsatzvolumen von rund zwei Milliarden Euro – also der Hälfte der Gesamterlöse.

Hier die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick.

Hier die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick.

Darüber hinaus verspricht sich der Hausgerätehersteller weitere Wachstumschancen in den Bereichen des intelligenten Zuhauses (Smart Home) und mit digitalen Angeboten unter anderem auch von Start-ups der Beteiligungstochter Miele Venture Capital.

Mit neuen Vertriebstöchtern in Brasilien und Thailand stieg die Zahl der Länder mit eigenem Vertrieb auf 50. Das Auslandsgeschäft legte weiter zu. In China litten die Erlöse derweil unter staatlichen Eingriffen im Immobilienhandel.

Hartem Preiskampf mit günstigeren Geräten begegnen

In einem rückläufigen deutschen Markt büßte Miele zwar etwas Umsatz ein, gewann als Marktführer für große Hausgeräte im Fachhandel aber weitere Anteile hinzu. Dem harten Preiskampf vor allem durch asiatische Wettbewerber will Miele bei Waschmaschinen künftig auch mit günstigeren Geräten aus dem Werk im polnischen Ksawerów begegnen. Das soll Anfang 2020 die Produktion aufnehmen und zunächst 250.000 Geräte jährlich herstellen. Wie weit die bisherige Preisuntergrenze von 799 Euro gesenkt wird, ließ Miele noch offen.

Mitarbeiterzahl in Gütersloh auf 5296 gesunken

Der Standort in Polen wird, wie berichtet, Auswirkungen auf das Stammwerk in Gütersloh haben. Die Belegschaft soll dort bis 2025 um 770 auf 1450 Mitarbeiter reduziert werden. Erste Spuren hat das schon jetzt hinterlassen – in Gütersloh sank die Zahl aller Mitarbeiter binnen Jahresfrist um 82 auf 5296. Auch in Bielefeld gab es einen kleinen Rückgang von 1907 auf 1891 Beschäftigte. In Bünde (694) und Oelde (626) stieg die Zahl dagegen leicht an. Weltweit beschäftigte Miele mit 20.221 Mitarbeitern etwas mehr als im Vorjahr. In Deutschland sank die Zahl indes von 11.225 auf 11.038.

Konkrete Maßnahmen für Einsparungen von Sach-, Material- und Personalkosten von rund 100 Millionen Euro im Jahr will Miele im Oktober bekanntgeben.

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