Fr., 30.08.2019

Gütersloh: Neue Lösungsansätze zur Verkehrslast auf der Verler Straße Schenke kämpft für seinen Neubau

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Es ist kein Gerücht. Reiner Schenke will auf dem Areal des Spexarder Krugs in Spexard einen neuen Lebensmittelmarkt bauen. Im Bauernhaus legt er auf Einladung des CDU-Ortsvereins Spexard vor 250 Bürgern alle Karten auf den Tisch.

Es soll ein 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassender Markt werden, der den wenige Meter weit entfernten Lebensmittelmarkt von Martin Thiesbrummel weder in Umsatz noch in Existenz bedrohen soll. Schenke zufolge weist Spexard ein Kundenpotenzial auf, das so groß ist wie das in Harsewinkel. Während es dort sechs Lebensmittelmärkte gebe, sei es in Spexard nur einer. Schenke: »Ein großer Teil der Spexarder Kaufkraft, also gut 70 bis 80 Prozent, fließt heute schon ab. Das heißt, die Leute setzen sich in ihre Autos und kaufen anderswo ein.«

Natürlich weiß Schenke, dass alle Neubau-Versuche an dieser Stelle in der Vergangenheit am Verkehrsaufkommen auf der Verler Straße gescheitert sind. Sein Architekt Andreas Grube und Verkehrsplaner Ralf Düspohl von der Roever Ingenieur GmbH zeigen darum Lösungsvarianten auf, mit denen es diesmal klappen könnte. Wie in vorangegangenen Planungen sind jeweils zwei Zu- und Abfahrten auf das Areal geplant; auf der Verler Straße geht es nur rechts rein und rechts raus. Auf der Bruder-Konrad-Straße kann in beide Richtungen zu- und abgefahren werden; eine Spur bleibt dort dem Lieferverkehr vorbehalten. Der Clou des neuen Plans aber ist die Gebäudeverteilung auf dem Areal. Der neue Lebensmittelmarkt würde praktisch direkt an das Gebäude mit Gerds Backstube und der Volksbank-Filiale heranrücken, so dass die Bruder-Konrad-Straße von bisher 26,90 Meter auf 35,10 Meter Breite wachsen könnte. Das würde bedeuten: Mehr Platz für Radfahrer, Fußgänger und Schulkinder, mehr Aufstellfläche für Autos, die an der Ampel zur Verler Straße warten, um nach links oder rechts abzubiegen.

Wo bleiben die TWE-Schranken?

Wenn die Spexarder Bürger etwas nicht glauben, lachen sie Schenke und die Experten einfach aus und bohren nach: Wo bleiben die TWE-Schranken in den ganzen Plänen? Wie viel zusätzliche Verkehrslast verursacht der neue Markt? Düspohl: »160 Verkehrsbewegungen pro Stunde, darunter 60, die nur wegen des neuen Marktes kommen.« Wie viel Fahrzeuge kommen durch die 1000 neuen Wohnungen in den Mansergh Barracks auf die Verler Straße, wie viel durch das geplante Bürgerschutzzentrum?

Axel Masjosthusmann von der neuen Spexarder Bürgerinitiative zitiert Zahlen aus einer Verkehrsstudie des BSV Aachen und sagt auf dieser Basis den Verkehrskollaps auf der Verler Straße für das Jahr 2030 voraus: »Schon heute fahren hier 28 bis 30.000 Fahrzeuge pro Tag durch. Wir verkraften keinen weiteren Zuwachs.« Pendler sollten gar nicht erst verführt werden, hier auch noch anzuhalten und einzukaufen.

Ralf Düspohl räumt ein: »Der neue Markt würde die Autobahnzubringerfunktion der Verler Straße nicht mindern. Er könnte den bisherigen Verkehr aber anders verteilen.« Um den Verkehr auf der Verler Straße zu entzerren, müsste sie viel breiter werden. »Oder Sie müssten einen Tunnel bauen.«

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Kurze Wege und gute Angebote reduzieren Verkehre

Herr Schenke schätzt das Einkaufsverhalten der Spexarderinnen und Spexarder richtig ein. Als Spexarder sind wir seit vielen Jahren Kunden bei Schenke. Meistens kaufen wir in dem Markt an der Rhedaer Straße ein. Wir schätzen das dortige hervorragende Angebot an Frischeprodukten, Getränken und Backwaren. Ein vergleichbares Angebot ist leider in Spexard bislang nicht vorhanden, so dass wir zurzeit dafür einen Weg von 12 km (hin und zurück) in Kauf nehmen. Wir würden es begrüßen, wenn wir ein qualitativ ähnlich vielseitiges und hochwertiges Angebot zukünftig direkt in unserer Nachbarschaft im Spexarder Ortskern an der Verler Straße genießen könnten und würden uns freuen, wenn die Stadt Gütersloh das möglich machen würde.




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