Di., 10.09.2019

Badminton-Oberligist TuS Friedrichsdorf startet mit einem 6:2-Heimsieg über Gladbeck Aufsteiger setzt erstes Ausrufezeichen

Der 20-jährige Christopher Niemann spielte beim TuS Friedrichsdorf anstelle von Joris Krückemeier das Spitzeneinzel und gewann in drei Sätzen.

Der 20-jährige Christopher Niemann spielte beim TuS Friedrichsdorf anstelle von Joris Krückemeier das Spitzeneinzel und gewann in drei Sätzen. Foto: Henrik Martinschledde

Gütersloh-Friedrichsdorf (WB). Viel besser hätte der Saisonstart für den TuS Friedrichsdorf nicht laufen können. Als Aufsteiger in die Oberliga gelang gleich ein 6:2-Erfolg über den Gladbecker FC II. Bei Bratwurst und Bier und in bester Stimmung feierte das Team am Samstagabend zusammen mit zahlreichen Zuschauern in der Sporthalle »Alte Ziegelei« die ersten Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt. »Das ist echt ein cooler Auftakt«, staunte selbst Trainer Björn Bennefeld ein wenig über den deutlichen Sieg.

Belohnt wurde damit die intensive Vorbereitung auf die höhere Spielklasse. Dank der Unterstützung vom Hauptverein und von Hallenwart Theo Kordtokrax konnten die Friedrichsdorfer erstmals in den Sommerferien durchtrainieren. »Dadurch war es teilweise möglich, auch noch eine dritte oder vierte Einheit zu absolvieren«, bedankte sich Nils Rogge. Das war nötig, denn die Konkurrenz in der Oberliga ist von ganz anderer Qualität als noch in der Verbandsliga. »Dass wir alle was am Schläger können ist klar. Aber hier ist die Länge der Ballwechsel und die Sicherheit in den Schlägen eine andere, und Fehler werden härter bestraft. Außerdem ist das physisch ein anderes Niveau«, fasst der Mannschaftsführer die gestiegenen Anforderungen zusammen. Der 27-Jährige kennt die Oberliga noch aus früheren Zeiten mit dem TuS, und auch Sabrina Sobek (30) verfügt aus ihrer Vergangenheit bei Eintracht Bielefeld über Erfahrungen in dieser zweithöchsten NRW-Spielklasse.

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Man muss erstmal ein Gefühl für die Liga bekommen.

Nils Rogge

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Für die anderen Friedrichsdorfer ist das Niveau aber Neuland. »Man muss erstmal ein Gefühl für die Liga bekommen und merken, was für Gegner da auf einen zukommen«, rechnet Rogge vor allem bei den jungen Teamkollegen mit einer gewissen Eingewöhnungszeit. Gegen eine personelle Verstärkung des Aufstiegsteams hatte sich der TuS nicht gesträubt, aber letztlich gab es keine realisierbare Option. Fertig werden müssen die Friedrichsdorfer jetzt damit, dass Sophie Steffen (20) voraussichtlich für die gesamte Hinrunde verletzungsbedingt ausfällt. »Sie ist von ihrer Spielstärke her nicht gleichwertig zu ersetzen«, weiß Rogge. Beim Auftakt rückte Melina Orth (25) aus der in der Verbandsliga spielenden »Zweiten« hoch und machte ihre Sache ausgezeichnet.

»Ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen können«, sagte Björn Bennefeld, noch bevor der erste Sieg perfekt war. Voraussetzung dafür sei es, bei allem Ehrgeiz den Spaß zu behalten. Der Trainer setzt aber auch auf die rasche Weiterentwicklung. »In den Doppeln sind wir von vorneherein konkurrenzfähig. In den Einzeln kommt es darauf an, bei Niederlagen den Frust schnell zu verarbeiten und daraus zu lernen, damit es in der Rückrunde gegen die gleichen Gegner besser läuft.« Hinter dem Titelfavoriten VfB GW Mülheim rechnet der TuS-Trainer in der mit acht Vereinen besetzten Oberliga mit einem engen Gerangel. Um nicht zu den beiden Absteigern zu gehören, gelte für sein Team: »Jeder dritte Satz, den wir erreichen, kann am Ende interessant sein.«

Gegen Gladbeck gingen sechs von acht Matches in den dritten Durchgang – und fünf davon gewann Friedrichsdorf. Weil der TuS nach den Doppeln mit 2:1 führte und im Dameneinzel kein Sieg zu erwarten war, kam es auf die drei Herreneinzel an. Und die entbehrten einer gewissen Dramatik nicht. Zunächst vergab Nils Rogge gegen Patrick Bergedick nach Gewinn des ersten Satzes (21:12) im zweiten Durchgang drei Matchbälle, um noch mit 20:22 zu verlieren. »Da ist mir die Konzentration verloren gegangen, und davon musste ich mich im dritten Satz erst erholen«, gestand die Nummer zwei des TuS. Mit einem lauten »Yes« quittierte Rogge den erfolgreichen 21:17-Kraftakt.

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Nur den Return und die Reaktion des Gegners abwarten.

Sven Leifeld

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Das Spitzeneinzel bestritt anstelle des nach dem Doppel »ausgewechselten« Joris Krückemeier der ebenfalls erst 20-jährige Christopher Niemann. Er brauchte etwas, um sich auf Maximilian Große-Kreul einzustellen. Während der zunächst mit 23:21 siegreiche Gladbecker etwas wild spielte, blieb Niemann zur Freude von Björn Bennefeld seiner Ruhe ausstrahlenden Spielweise treu und drehte das Match mit Sätzen von 21:19 und 21:14. Der TuS führte mit 4:1 und hatte ein Remis bereits sicher.

Sven Leifeld hatte das nicht im Blick, als sein Duell mit Johann Burmester in die entscheidende Phase ging. Nach Sätzen von 21:17 und 15:21 führte der 27-Jährige im dritten Durchgang mit 17:14, um dann aber beim Stand von 19:20 einen Matchball gegen sich zu haben. »An gar nichts denken, nur den Return und die Reaktion des Gegners abwarten«, beschrieb Leifeld seine Strategie in diesem Moment. Die war erfolgreich. Er rang den Gegner mit 23:21 nieder und hatte seinem Team den entscheidenden fünften Punkt beschert.

Dass erlaubte es anschließend der just aus dem Urlaub zurückgekehrten Sabrina Sobek ihr zwickendes Knie zu schonen, was die 0:2-Niederlage gegen Sara Trintrop klar machte. Simon Klaß (28) und Melina Orth sorgten mit ihrem Dreisatzerfolg im Mixed dann aber für einen passenden Abschluss dieses ersten Ausrufezeichens.

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