Mi., 18.09.2019

Gütersloh: Nächster Ausstiegstermin wäre der 28. Februar 2021 Parkbad-Pächter versäumt Kündigungsfrist

Franz-Josef Füchtenschnieder betreibt das Gütersloher Parkbad seit 2014. Er fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen.

Franz-Josef Füchtenschnieder betreibt das Gütersloher Parkbad seit 2014. Er fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. Foto: Carsten Borgmeier

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Parkbad-Betreiber Franz-Josef Füchtenschnieder (60) hat seinen Pachtvertrag mit der Stadt doch nicht gekündigt. Die dafür im Vertrag gesetzte Frist bis Ende August ist verstrichen, ohne dass eine schriftliche oder mündliche Kündigung bei der Stadt eingetroffen ist.

Dabei hatte Füchtenschnieder Mitte Juli öffentlich verkündet, den Vertrag Ende Februar 2020 auslaufen zu lassen. Diese Ankündigung war mit wiederholter Kritik an der Stadt verbunden gewesen, von der er sich im Stich gelassen fühlt. Weder seien die seit Jahren dringend benötigten Parkplätze geschaffen worden noch seien die Öffnungszeiten im Parkbad flexibilisiert worden. Statt dessen sei das ohnehin schwierige Geschäft durch Knöllchenjagd auf parkende Besucher, bis zur letzten Minute zurückgehaltene Konzertgenehmigungen und förmliche Mahnbescheide selbst bei leichten Zeitlimitverstößen zusätzlich erschwert worden. Füchtenschnieder damals: »Nach fünf Jahren in Gütersloh ist mir das Lachen gründlich vergangen.« Dem Pachtvertrag zufolge ist jetzt erst wieder eine Kündigung bis Ende August 2020 zum 28. Februar 2021 möglich.

Ob die Kündigungsfrist in diesem Jahr versehentlich versäumt oder bewusst verpasst wurde, lässt Füchtenschnieder auf Anfrage offen. Da jetzt Gespräche mit der Stadt zu führen seien, möchte er sich gegenwärtig nicht äußern. Der Verlauf der Sommersaison 2019 spricht jedoch eher gegen einen Zufall.

Angebot aus dem Wapelbad

Nachdem Füchtenschnieder seinen geplanten Ausstieg verkündet hatte, stand mit Wapelbad-Betreiber Matthias Markstedt sofort ein Interessent parat, der das Parkbad mit Hilfe eines Fördervereins weiter führen möchte. Markstedt knüpfte damit an die Anfänge des 1928 gebauten, unter Denkmalschutz stehenden Parkbades an, das bis 1942 ebenfalls von einem gemeinnützigen Verein betrieben worden war. Der wurde sogar von namhaften Unternehmern wie Eduard Wolf und Carl Miele unterstützt.

Füchtenschnieder aber lehnte diese Nachfolgevariante ab und empfahl statt dessen seine Nichte Natascha Benteler (35) als künftige Betreiberin. Sie sei seit zwei Jahren mit allen Arbeitsabläufen vertraut und könne auch die von ihm ins Parkbad investierten Sanierungen und Ausstattungen ohne Zahlung einer hohen Abschlagsumme übernehmen: »Alles bliebe erst einmal wie es jetzt ist.«

Füchtenschnieder selbst ist 2014 nach einer Ausschreibung neuer Pächter geworden. Dazu war die Stadt nach dem Ausstieg der Arbeitslosenselbsthilfe verpflichtet.

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