Fr., 20.09.2019

Mehr als 1000 Menschen demonstrieren vor dem Rathaus für mehr Klimaschutz - mit Video Auch die ältere Generation macht mit

Vom Rathaus-Vorplatz aus laufen die Klimaschützer nach einigen Redebeiträgen durch die Gütersloher Innenstadt. Schätzungsweise 1000 Menschen nehmen teil.

Vom Rathaus-Vorplatz aus laufen die Klimaschützer nach einigen Redebeiträgen durch die Gütersloher Innenstadt. Schätzungsweise 1000 Menschen nehmen teil. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Von der zwölfjährigen Maja bis zum rüstigen Rentner Wolfgang Keisinger (82): Der Protest für mehr Klimaschutz ist in Gütersloh inzwischen generationenübergreifend geworden. Mehr als 1000 Menschen versammelten sich am Freitag am Rathaus.

Junge wie ältere Demonstranten sagten an dem ersten globalen Demo-Freitag auf dem Konrad-Adenauer-Platz glasklar, was ihnen in Sachen Umweltpolitik in dieser Region mächtig gegen den Strich geht. Ein Thema war zum Beispiel der geplante Ausbau der Bundesstraße 61 zwischen Bielefeld-Ummeln und Rheda-Wiedenbrück.

»Kennt ihr das? Wenn ihr zu Hause vor den Nachrichten sitzt und einfach nur frustriert seid von der Klimapolitik? Du siehst, wie unsere Welt zerfällt: Der Amazonas brennt. Die Meere übersäuern. Bald gibt es mehr Plastik im Meer als Fische«, meinte die 17-jährige Greta Giesen, Schülerin des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums (ESG).

»Was tun wir, während unsere Welt zu Grunde geht? Wir bauen neue Straße. Wir versiegeln immer mehr Flächen. Wir konsumieren immer mehr, fliegen immer höher und verlieren dabei den Boden unter unseren Füßen. Wir wollen nur noch mehr«, meinte die Jugendliche. »Wir zerstören die Erde. Doch die Erde braucht uns nicht. Wir aber brauchen die Erde.« Solche klaren, starken Sätze kamen nicht nur bei Gisela Herden (61), Anni Poeri (66) und Margret Nordemann (79) gut an, die ebenfalls am Rathaus demonstrierten und auf ihrem Plakat »Klimaschutz: Jetzt!« forderten. »Wir sind heute hier, weil wir wollen, dass unsere Enkelkinder auch noch genug saubere Luft zum Atmen haben«, meinte die 79-Jährige. »Wir finden den Protest der jungen Leute unheimlich mutig. Es wird Zeit, dass etwas geschieht«, fand Gisela Herden.

Schulschwänzen als »ziviler Ungehorsam«

Auch Wolfgang Keisinger (82), bekannte Kaufmannspersönlichkeit der Stadt, verfolgte die Redebeiträge einiger Aktivisten. »Es ist doch erstaunlich, wie schnell sich Ansichten von Politikern durch die Fridays-for-Future-Bewegung geändert haben«, meinte der Rentner, und sprach damit konkret Ministerpräsident Armin Laschet, Innenminister Herbert Reul und auch den Gütersloher Landtagsabgeordneten Raphael Tigges (alle CDU) an. Diese hätten anfangs das Schulschwänzen an den Demo-Freitagen verurteilt, doch genau diese Art von zivilem Ungehorsam habe den Jugendlichen doch gerade erst die nötige Aufmerksamkeit verschafft, so der 82-Jährige.

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