Mi., 02.10.2019

Gütersloh: Planungsausschuss schützt die Innenstadt vor Restaurantketten Burger und Pizza sind zu gefährlich

Weil es bisher keine verkehrstechnische Erschließung der Industriebrache von Brüggershemke & Reinkemeier gibt, wird es wohl auch keine Ansiedlung der Restaurantketten Burger King und L’Osteria dort geben.

Weil es bisher keine verkehrstechnische Erschließung der Industriebrache von Brüggershemke & Reinkemeier gibt, wird es wohl auch keine Ansiedlung der Restaurantketten Burger King und L’Osteria dort geben. Foto: dpa

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Burger King und »L’Osteria« sind zu gefährlich für die Gütersloher Innenstadt. Neben Verkehrsproblemen ist das der Hauptgrund, warum deren Ansiedlung auf dem Areal von Brüggershemke & Reinkemeier verhindert wird.

»Wenn wir um jedes Geschäft in unserer Innenstadt kämpfen wollen, dann dürfen wir an dieser Stelle keine Systemgastronomie zulassen«, stellt Norbert Bohlmann (UWG) im Planungsausschuss fest und findet in Detlev Kahmen, dem planungspolitischen Sprecher der CDU, einen Anhänger: »Den Burger King könnte ich mir dort zur Not noch vorstellen, wenn die verkehrliche Erschließung gewährleistet ist. Die Pizzeria-Kette L’Osteria aber auf gar keinen Fall.«

Verkehrstechnischer Rettungsversuch

Gemeinsam mit den Stimmen der Grünen und der BfGT lassen CDU und UWG jetzt einen Bebauungsplan aufstellen, der keine Zufahrten von der Bundesstraße 61 aus auf das B&R-Areal am Sandbrink erlaubt. Damit ist die Vision von einer neuen, attraktiven Schlemmermeile am Tor zur Innenstadt erst einmal erledigt. Zuvor muss es einen verkehrstechnischen Rettungsversuch der Hagedorn Revital GmbH, der neuen Inhaberin des Geländes, gegeben haben. Bauordnungs- und Planungsamtsleiterin Inga Linzel berichtet von einem Wegerecht, das es ermöglichen sollte, die Industriebrache vom Sandbrink aus zu erschließen. Linzel: »Doch mit drei Metern Breite wäre dieser Weg viel zu schmal gewesen, um das absehbare Verkehrsaufkommen zu bewältigen.« Andreas Müller (BfGT) wundert sich, dass deswegen kein Aufschrei vom Gütersloher Baubedarf zu hören gewesen sei, vor dessen Tür der Verkehr hätte abgeleitet werden sollen. Mit dem neuen Bebauungsplan eröffne sich nun die Chance einer geordneten Entwicklung am Sandbrink.

Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) wagt daran zu erinnern, dass es sich bei Burger King und »L’Osteria« gar nicht um Einzelhandel drehe, sondern um gastronomische Betriebe. Vor allem die Pizzeria stelle eine willkommene Ergänzung des Angebotes in Gütersloh dar: »Soviel ich weiß, gibt es bisher keinen Beschluss, auch noch die Gütersloher Innenstadt-Gastronomie zu schützen.« Sollte eine verkehrstechnische Erschließungslösung gefunden werden, könne er sich gut beide Betriebe auf dem Gelände vorstellen: »Den Schenkenhof haben wir doch auch genehmigt.«

Alternativstandorte suchen

Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) wundert sich über die dogmatische Haltung der Landesstraßenbaubehörde Straßen NRW und hätte die Auskunft über die einzuhaltende »anbaufreie Zone« an der B 61 gern einmal schriftlich. Ischo Can (CDU) stimmt der hohen Magnetwirkung einer Trendgaststätte wie L’Osteria zu, sieht sie nur nicht an diesem Standort: »Von der Terrasse aus auf die B 61 zu schauen halte ich nicht für sehr reizvoll.« Statt der Pizzeria einfach nur abzusagen, sollten ihr Alternativstandorte in der Innenstadt vorgeschlagen werden: »Hier sind wir dringend auf eine attraktive, hochwertige Gastronomie angewiesen.« Stadtbaurätin Nina Herrling informiert, dass es solche Versuche durchaus gegeben habe: »Doch auf persönliche Rahmenbedingungen, warum es dann doch nicht klappte, haben wir keinen Einfluss.«

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