Aart de Geus geht zum Jahresende – Nachfolger im Vorstandsvorsitz wird Ralph Heck
Wechsel an der Spitze der Bertelsmann-Stiftung

Gütersloh (WB). Art de Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh, wird die Stiftung schon zum Jahresende verlassen. Der 64-jährige, der Ende Juli 2020 seinen 65. Geburtstag feiern wird, stand seit acht Jahren an der Spitze der von Reinhard Mohn gegründeten und auf Politikberatung, Bildung und Medizinthemen spezialisierten Einrichtung. Nachfolger wird Ralph Heck (62). Er war bisher Mitglied im Kuratorium der Bertelsmann-Stiftung.

Mittwoch, 02.10.2019, 16:43 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 16:46 Uhr
Ralph Heck (links) löst Art de Geus als Vorstandsvorsitzender der Bertelsmannstiftung ab. Foto:
Ralph Heck (links) löst Art de Geus als Vorstandsvorsitzender der Bertelsmannstiftung ab.

Aart de Geus geht

Aart de Geus, Mitglied der christdemokratischen Partei CDA in den Niederlanden, war von 2002 bis 2007 Minister für Arbeit und Soziales und anschließend stellvertretender Generalsekretär bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Seit 2012 leitete er als Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung auch die Bereiche Europa, Demokratie, nachhaltige Wirtschaft sowie internationale Megatrends und Partnerschaften. Zum Jahresende wird er in seine niederländische Heimat zurückkehren und in Amsterdam eine neue Aufgabe bei der auf Fragen der Sozialpolitik spezialisierten Goldschmeding Foundation übernehmen.

Ralph Heck kommt

Ralph Heck stammt aus Eupen im deutschsprachigen Teil Belgiens. Er studierte an der Universität Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen und promovierte anschließend im Bereich Volkswirtschaftslehre. Von 1982 bis 2016 arbeitete er bei der Unternehmensberatung McKinsey.

Seitdem ist Heck selbstständiger Berater und Mitglied in mehreren Aufsichtsräten. Zu seinen Themen zählen nach Angaben der Stiftung Leadership, Organisation und Verhaltensmanagement. Heck verstehe Unternehmertum als soziale Verantwortung. Er wird sein neues Amt am 1. August antreten. In der Zwischenzeit werden die Geschäfte der Stiftung übergangsweise von den drei Vorständen Liz Mohn, Brigitte Mohn und Jörg Dräger geführt.

Die Stiftung

1977 gegründet, finanziert die Bertelsmann-Stiftung ihre laufende Arbeit vor allem aus Gewinnen des Bertelsmann-Konzerns. Reinhard Mohn wurde Vorstand, Hans-Dieter Weger erster Geschäftsführer. 1987 wurde ein Beirat eingerichtet, mit Kurt Biedenkopf als erstem Vorsitzenden. 1990 übernahm Reinhard Mohn selbst diesen Posten. Anfang 1991 berief er Horst Teltschik, vorher außenpolitischer Berater von Kanzler Helmut Kohl, zum Geschäftsführer.

Von 1993 bis 1998 führte Reinhard Mohn zusammen mit Ulrich Saxer und Werner Weidenfeld die Stiftung. Nach seinem Rückzug stand Mark Wössner kurze Zeit an der Spitze. Nach dessen Weggang Ende 2000 übernahm Mohn selbst noch einmal den Vorsitz, bis er ihn Mitte 2001 an Gunter Thielen abgab. Von 2002 bis 2005 folgte der Münsteraner Marketing-Spezialist Prof. Heribert Meffert. Von 2005 bis 2008 wurde sie gemeinsam von Liz Mohn und Johannes Meier geführt. Danach kehrte Gunter Thielen, der zwischenzeitlich den Bertelsmann-Konzern anstelle des geschassten Thomas Middelhoff geführt hatte, als Vorstandsvorsitzender zur Stiftung zurück. Sein Nachfolger wurde 2012 Aart de Geus.

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